Damit das Zusammenleben zwischen Dir, Deiner Familie und Deinem faszinierenden kleinen Leoparden reibungslos funktioniert, ist eine gute Erziehung Deiner Bengalkatze notwendig.

Deine Katze muss gewisse Regeln beachten, sie sollte keinesfalls beißen oder an Möbelstücken kratzen. Zudem kannst Du von Deiner Bengalkatze erwarten, dass sie sich nicht im Zimmertopf, sondern im Katzenklo erleichtert.

Mit ausreichend Geduld kannst Du Deinem vierbeinigen Liebling auch beibringen, nicht auf den Esstisch zu springen.

Im folgenden Artikel erfährst Du, wie Du Deine Wildkatze in einen angenehmen Mitbewohner verwandeln kannst!

Erwachsene-Bengalkatze-Erziehung

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Grundlagen der Erziehung

Wenn Du Deiner erwachsenen Leopardette nicht alles durchgehen lassen möchtest, solltest Du Konsequenz an den Tag legen.

Du erreichst Deine Ziele durch positive Verstärkung, jedoch keinesfalls durch Strafen!

Zudem solltest Du den Charakter und das Temperament Deines Vierbeiners verstehen, um folglich entsprechend reagieren zu können.

Solltest Du Dir eine erwachsene Bengalkatze zulegen, so ist es nie zu spät, mit der Erziehung zu beginnen.

Führe Deine Katze langsam an neue Herausforderungen heran und erwarte keinesfalls einen sofortigen Durchbruch! Überfordere Deinen vierbeinigen Liebling nicht!

Wenn Du Deine Bengalkatze nicht gehen lässt, wenn es ihr zu viel wird, kann sie aggressiv reagieren.

Vergesellschaftung

Bei diesen kinderlieben, liebevollen und anhänglichen Rassekatzen handelt es sich nicht um Kuscheltiere! Diese selbstbewussten und selbstbestimmten Katzen fühlen sich alleine nicht wohl und daher solltest Du sie keinesfalls alleine halten.

Zusammen mit einer Zweitkatze fühlen sich Bengalkatzen besonders wohl, jedoch solltest Du das dominante Verhalten unterbinden, sofern der anderen Katze Schaden zugefügt wird! Am besten geeignet ist die Aufnahme eines Geschwisterpaares oder die Vergesellschaftung mit einer Maine Coon!

Das Zusammenleben mit beispielsweise Geschwistern, dem Muttertier oder anderen Katzen ist für eine erfolgreiche Sozialisation bedeutsam. Deine Bengalkatze lernt von Artgenossen die sogenannte Beiß- und Kratzhemmung. Hierunter versteht man, dass es zwar erlaubt ist zu beißen und zu kratzen, jedoch nur mit Maß und Ziel. Jagd- und Kampfspiele mit Artgenossen sind wichtig, damit Deine Bengalkatze Ihren ausgeprägten Spieltrieb ausleben kann.

Leider ist der Instinkt, Fische, Vögel und kleine Säugetiere zu jagen, extrem ausgeprägt. Du wirst dieses instinktive Verhalten Deiner Bengalkatze nicht abgewöhnen können!

Erwachsene-Bengalkatze

Konsequenz

Unterbinde unerwünschtes verhalten Konsequent! Hierbei ist jedoch ein hohes Maß an Geduld gefragt und es ist wichtig, dass Du ruhig bleibst. Natürlich darfst Du einmal fluchen, wenn Deine Bengalkatze wieder einmal ein Wurstblatt vom Frühstückstisch klaut, jedoch solltest Du Deine Katze keinesfalls anschreien. Ebenso solltest Du jegliche körperliche Züchtigung unterlassen!

Deine Leopardette wird ihr Verhalten nicht ändern, wenn Du ihr einen Klaps gibst oder sie am Schwanz ziehst. Im Gegenteil, dies bewirkt, dass die Katze aggressiv wird, das Vertrauensverhältnis einen Bruch erleidet und das Zusammenleben schwierig wird.

Ein lautes und scharf ausgesprochenes Nein zeigt Deiner Bengalkatze deutlich, dass das Verhalten unerwünscht ist! Du musst dieses kurze Wort immer wieder laut aussprechen, wenn Deine Katze ein Fehlverhalten an den Tag legt. Im Laufe der Zeit lernt Dein Stubentiger dieses Wort kennen und weiß, was es zu bedeuten hat.

Fernhalten vom Esstisch

Ein Nein alleine reicht jedoch nicht immer aus. Wenn Deine erwachsene Katze wieder einmal auf den Esstisch springt, musst Du konsequent sein, aufstehen und sie vom Esstisch verweisen. Setze Deinen Vierbeiner auf den Boden, damit Deine Bengalkatze weiß, was Du von ihr erwartest.

Wenn Deine Katze nach einiger Zeit schon beim Wort Nein auf den Boden springt, solltest Du dieses Verhalten zu würdigen wissen und durch Streicheln oder die Gabe von Leckerlis belohnen. Dies verstärkt den positiven Effekt enorm und Deine Katze lernt das Alternativverhalten schneller.

Katzenklo anlernen

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Wenn Deine Bengalkatze den Blumentopf als Katzenklo zweckentfremdet, solltest Du keinesfalls mit Beschimpfungen, lautem Schreien oder körperlichen Züchtigungen reagieren. Nimm Deinen Stubentiger und zeige ihr das Katzenklo. Setz Deinen vierbeinigen Liebling ins Katzenklo.

Sollte das Katzenklo mit einem Deckel ausgestattet sein, so empfiehlt es sich, diesen abzumontieren. Ein offenes Klo ist zum Anlernen wesentlich leichter.

Wann immer Dein Stubentiger sein Geschäft am Katzenklo verrichtet und Du in der Nähe bist, solltest Du mit Lob, Streicheleinheiten oder Leckerlis reagieren. Wenn sich Deine Katze an das Katzenklo ohne Deckel gewöhnt hat, kannst Du den Deckel anbringen, jedoch keinesfalls vorher.

Sollte sich Deine Leopardette nicht ans Katzenklo gewöhnen lassen, so solltest Du ein anderes Katzenstreu verwenden. Nicht selten verweigern Bengalkatzen das Katzenklo aufgrund einer Katzentreuart. Es gilt hierbei, mit unterschiedlichen Marken und Streuarten zu experimentieren.

Ebenso kann der Standort des Katzenklos dafür verantwortlich sein, dass sich die Katze auf dieser Toilette nicht wohlfühlt. Stell das Katzenklo keinesfalls zu nahe an die Futterstelle! Bedenke bei der Auswahl des Standorts, dass auch Katzen gerne in Ruhe ihr Geschäft verrichten und gerne unbeobachtet sind.

Solltest Du dieses Problem nicht in den Griff bekommen, bietet sich der Gang zum Tierarzt oder Katzenpsychologen an.

Kratzen und Beißen

Bengalkatzen stammen von Wildkatzen ab, die ihre Zähne und Krallen einsetzen müssen, um zu jagen und zu überleben. Dieser Instinkt ist bei Bengalkatzen stark ausgeprägt. Es ist wichtig, dass Du Deiner Katze lernst, mit welcher Intensität sie spielen und zupacken darf. Es ist empfehlenswert, einen empörtes und lautes Aua zu rufen.

Alternativ kannst Du auch einen scharfen Zischlaut ausstoßen, welcher Deiner Rassekatze zeigt, dass dieses Verhalten zu weit geht. Wichtig ist auch, das Spiel abzubrechen! Wenn Deine Katze zu wild spielt, solltest Du Grenzen aufweisen und das Spiel stets beenden! Dein vierbeiniger Liebling wird in Laufe der Zeit lernen, beim nächsten Spielversuch vorsichtiger zu sein.

Nuckeln an der Kleidung

Wenn Deine Mieze an Deiner Kleidung nuckelt, bedeutet dieses Verhalten entweder, dass das Tier zu früh vom Muttertier getrennt wurde oder es drückt größtes Vertrauen und Wohlbefinden aus.

Wenn Du diese Verhaltensweise nicht dulden und Sabberflecken vermeiden möchtest, solltest Du Deine Bengalkatze vorsichtig von Deiner Kleidung lösen. Wichtig ist, dass Du nicht gleich weiter mit Deiner Katze schmust. Ein kurzer Liebesentzug kann bei lästigem Nuckeln Wunder bewirken.

Unerwünschtes Kratzen an Möbelstücken und Wänden

Bengalkatzen kratzen an Türen und Tapeten, um ihr Revier zu markieren. Zudem wetzt das Kratzen an Möbelstücken die Krallen. Wenn Du Deiner Mieze keinen Ersatz bietest, wird dieses Verhalten nicht aufhören. Stelle einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett als alternative Kratz Möglichkeit bereit. Zeige Deiner Katze vor, dass diese Gegenstände zum Kratzen geeignet sind. Trag Deine Bengalkatze vor den Kratzbaum oder das Kratzbrett, nimm vorsichtig eine Vorderpfote und kratzt gemeinsam.

Gib nicht auf, wenn Deine Katze die Kratz Alternativen nicht sofort annimmt. Sei ihr Lehrer, führe das Kratzen mehrmals gemeinsam aus und belohne Deine Katze immer mit einem Leckerli. Sollte wieder an einem Möbelstück gekratzt werden, so ist ein lautes Nein oder ein Zischlaut empfehlenswert.

Du kannst auch auf dem Kratzbaum ein Leckerli legen, welches Deine Bengalkatze holen soll. Wenn Dein Stubentiger auf den Kratzbaum springt, wird dieses Verhalten erneut belohnt.

Biete Deiner Katze ausreichend Abwechslung

Bengalkatzen spielen gerne, sie sind neugierig, aktiv und langweilen sich sehr schnell. Ist Deine Katze nicht ausgelastet, so kann sie aggressiv reagieren. Biete Deiner Mieze Beschäftigung und Abwechslung!

Bengalkatzen lieben es zu klettern. Wähle einen hohen und robusten Kratzbaum aus, auf welchen Dein Stubentiger klettern kann. Dies ist der ideale Platz zum Toben, Springen und Spielen. Statte den Kratzbaum mit Katzenspielzeug wie beispielsweise einem Seil oder einem an einem Faden hängenden Spielball aus.

Zudem solltest Du Spielbälle bereithalten, welche Dein vierbeiniger Liebling jagen kann. Schnüre zum Springen und Fangen eigenen sich ebenso gut wie Korken oder spezielles Katzenspielzeug. Ist Deine Katze ausgelastet, wird Sie ein besseres Verhalten an den Tag legen.

Katze rufen

Wenn Du möchtest, dass Deine Katze zu Dir kommt, wenn Du sie rufst, musst Du Geduld beweisen. Stell Dich einen Meter von Deiner Katze entfernt auf und sag laut und deutlich ihren Namen. Wenn Deine Bengalkatze zu Dir sieht, solltest Du ihr ein Leckerli hinhalten. Dieses bekommt sie jedoch nur dann, wenn sie auf Dich zukommt.

Wiederhole dieses Prozedere regelmäßig und gib nicht so schnell auf.

Du kannst im Laufe der Zeit den Abstand vergrößern, jedoch solltest Du Deinen vierbeinigen Liebling stets mit einem Leckerli oder Streicheleinheiten belohnen.

Krallen stutzen

Das Stutzen von Krallen bedeutet zu Beginn für viele Katzen Stress und sie reagieren mit Kratzen, Beißen und Weglaufen. Bereite den Prozess ist kleine Schritte auf. Beginne damit, dass Du die Pfote Deiner Katze berühren darfst und belohne sie durch Streicheleinheiten oder ein Leckerli.

Wenn diese erste Übung kein Problem mehr darstellt, kannst Du versuchen, die Pfote leicht zu drücken. Arbeite Dich langsam vor und drücke so fest, dass die Kralle langsam hervorkommt. Dieser Prozess dauert, jedoch ist er die Mühe Wert, da das Kürzen der Krallen zur grundlegenden Körperpflege zählt.

Verlange keinesfalls zu viel in sehr kurzer Zeit. Lass Deiner Mieze Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen, baue Vertrauen auf und halte keinesfalls die Pfote fest, wenn Deine Katze weglaufen möchte. Nähere Dich nur dann, wenn Deine Katze einen entspannten Eindruck macht!

Fazit

Die Erziehung Deiner Bengalkatze ist zwar mit Aufwand verbunden und nimmt viel Zeit in Anspruch, jedoch wirst Du dafür durch ein harmonisches Zusammenleben belohnt! Zudem kannst Du ein inniges Vertrauensverhältnis aufbauen.

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Bildnachweis:
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