Katzen gelten allgemein als nicht oder nur schwer erziehbar. Viele Menschen halten sie für eigensinnige Zeitgenossen, die ihren ganz eigenen Kopf haben.

Allerdings kann auch eine Katze – und vor allem auch die Bengalkatze – mit Liebe und viel Geduld so einiges lernen!

Welche Überlegungen anstehen, wenn ein Katzenbaby in dein Zuhause einziehen soll und wie du deinem Kätzchen alles beibringen kannst, damit euer Zusammenleben gut funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Bengalkatze-Kitten-Erziehung

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Das Wesen der Bengalkatze in der Erziehung nutzen

Bengalkatzen sind verspielt und sehr aktiv. Sie sind neugierig, aufmerksam und hochintelligent. Deshalb brauchen sie viel Beschäftigung durch ihren Menschen. Deshalb solltest du deinem Kätzchen viel Abwechslung bieten, sonst langweilt es sich und zeigt vielleicht Verhaltensweisen, die dich stören könnten und deinem Bengalen nicht guttun.

Außerdem sind Bengalen sehr anhänglich und schmusen gern. Sie suchen ständig Kontakt zu dir und kommunizieren mit dir, indem sie dir beispielsweise um die Beine streichen, Streicheleinheiten genießen oder dich anschnurren.

Diese Wesenseigenschaften kannst du dir bei der Erziehung deines Kätzchens zunutze machen. Weil die Bengalen grundsätzlich die menschliche Nähe sehr genießen und gern spielen, kannst du ihnen nicht nur beibringen, gewisse Dinge nicht zu tun.

Sondern du kannst ihnen sogar kleine Tricks beibringen! Bengalen sind intelligente Tiere und können sogar lernen, Dinge zu apportieren, das heißt sie bringen dir etwa einen Ball oder ein Stofftierchen auf Zuruf. Außerdem lieben Bengalen das Wasser!

Weit verbreitet ist das Vorurteil von der wasserscheuen Katze. Die Bengalen aber lieben das Wasser, spielen am tropfenden Wasserhahn oder bestaunen das Treiben im heimischen Aquarium. Auch diese Tatsache kannst du für verschiedene Beschäftigungen nutzen und deiner Katze etwa im Sommer mit einem kleinen Planschbecken eine riesige Freude machen.

Das Bengalkätzchen zieht ein: Erste Schritte im neuen Zuhause

Der Tag ist gekommen und dein Kitten zieht ein. Wenn du dein Kätzchen von einem seriösen Züchter bekommen hast, so hat es in den letzten Wochen ausreichend Zeit in Ruhe mit seiner Mutter verbracht. Sie hat dem Kätzchen bereits erste wichtige Schritte im Leben gezeigt.

Je jünger ein Kätzchen ist , umso wichtiger ist es, dass es viel erleben und lernen kann, ohne dabei gedrängt oder überfordert zu werden. Nur wenn ein Kitten ausreichend Umwelteindrücke bekommt und Erfahrungen im eigenen Tempo machen kann, dann wird es auch später offen seine Umgebung erkunden.

Wenn dein neuer Freund also bei dir einzieht, ist es wichtig, das Kätzchen nicht zu bedrängen und ihm auch Freiheiten zu lassen. Wenn deine Katze sich also sichtbar zurückziehen möchte, dann musst du sie in Ruhe lassen und darfst ihr nicht nachlaufen und sie zur Beschäftigung zwingen.

Wenn du noch andere Haustiere hast, so solltest du sie mit deinem Kätzchen behutsam zusammenführen und deinem Bengalen immer die Möglichkeit lassen, sich zurückzuziehen zu können. Dazu braucht dein Kätzchen auch einen eigenen Ort, wo es zur Ruhe kommen kann.

Das kann eine tolle Katzenbehausung aus dem Fachhandel sein oder ein einfacher Pappkarton – völlig egal. Hauptsache ist, dass dein Kätzchen einen eigenen und geschützten Ruheort hat.

Bengalkatze-Baby

Das Bengalkätzchen erziehen: Lernen, was man nicht tun darf

Sicherlich gibt es einige Verhaltensweisen deines Kätzchens, die du nicht dulden möchtest und auch nicht solltest. Ein Tier, egal welches, bleibt ein Tier und wird sich nicht auf Knopfdruck so verhalten, wie du es gern möchtest. Allerdings gibt es natürlich Dinge, die das Zusammenleben mit deiner Katze extrem problematisch machen. Dann ist Erziehung notwendig.

Das Wichtigste bei der Erziehung sind Liebe und viel Geduld. Keineswegs darfst du dein Kätzchen, wenn es etwas falsch macht, anschreien oder gar körperlich bestrafen. Damit kannst du schwere Verhaltensstörungen hervorrufen oder sogar deinem Kätzchen wehtun!

Besser ist es, positives Verhalten zu belohnen und schlechtes Verhalten zu unterbinden. Wenn dein Kätzchen etwa auf den Tisch springt oder im Haushalt mit Dingen spielt, mit denen es nicht spielen soll, so gibst du mit deutlicher Stimme zunächst ein Kommando, beispielsweise „Nein!“.

Dein Kätzchen versteht dich natürlich nicht. Deshalb musst du das Kommando mit einem Verhalten verbinden. Du sagst also deutlich „Nein!“ und setzt deine Katze vom Tisch auf den Boden oder nimmst den Gegenstand, mit dem sie spielt, weg.

Wenn du dies immer wieder tust, so wird deine Katze lernen, auf dein „Nein!“ zu hören und wird unerwünschtes Verhalten schon bald nicht mehr zeigen. Bedenke, dass dein Kätzchen ein Lebewesen mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen ist und eine Weile brauchen wird, bis sie lernt, was du möchtest. Dein Kätzchen wird auch immer wieder Fehler machen, was normal ist.

Gerade Bengalenkätzchen sind sehr neugierig und haben einen starken Jagdtrieb. Deshalb kann es immer wieder vorkommen, dass sie dich mit unerwünschtem Verhalten verärgern. Verhalte dich konsequent und habe viel Geduld mit deinem Kätzchen, dann wird die Erziehung immer besser klappen.

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Mein Kätzchen kratzt und beißt, was kann ich tun?

Kratzen und beißen sind zunächst kein Grund zur Besorgnis. Es sind völlig normale Verhaltenswiesen und nur in Extremfällen Ausdruck einer Verhaltensstörung.

Kleine Kätzchen erproben ihre Krallen und Zähnchen spielerisch. So üben sie das Jagen und Ergreifen so, wie es ihrer Natur entspricht. Da Bengalen gute Jäger sind, zeigen sie dieses Verhalten ganz besonders als Kitten.

Wenn dein Kätzchen mit seinen Geschwistern oder der Mutter gespielt hat, so werden seine Artgenossen ihm gezeigt haben, wenn eine Grenze überschritten ist. Sie knurren oder rufen dann vor Schmerz und spielen nicht weiter mit ihm. So lernt das Kätzchen, wann es genug ist.

Die Reaktion der Artgenossen kannst du nachahmen. Wenn deine Katze dich kratzt oder beißt, so kannst du etwa laut „Aua!“ rufen und das Spiel unterbrechen. Du kannst deine Katze dann absetzen, sie nicht mehr berühren, oder das Spielzeug wegnehmen. Da dein Bengalenkätzchen sehr menschenbezogen, verschmust und verspielt ist, wird es dann wieder den Kontakt zu dir suchen und im nächsten Spiel vorsichtiger sein.

Mein Kätzchen zerkratzt Möbel und Wände, was kann ich tun?

Zerkratzt dein Kätzchen Dinge im Haushalt, so ist das ein sehr ärgerliches, aber auch normales Verhalten. Sie wetzen damit ihre Krallen, die immer wieder nachwachsen. Außerdem markieren sie ihr Revier.

Wenn du dein Kätzchen dabei erwischt, kannst du zunächst wieder das Kommando „Nein!“ geben und sodann deine Katze von Wänden und Möbeln wegsetzen. Da das Kratzen allerdings ein ganz natürliches Bedürfnis ist, solltest du deiner Katze ausreichend alternative Kratzmöglichkeiten anbieten.

Ein Kratzbaum ist ein Muss bei der Katzenhaltung. Außerdem kannst du Bretter an den Stellen anbringen, wo dein Kätzchen ganz besonders gern seine Krallen wetzt. Ganz unterbinden können wirst du dieses Verhalten allerdings nicht.

Mein Kätzchen nuckelt an meiner Kleidung, ist das normal? Was kann ich tun?

Nuckelt dein Kätzchen an deiner Kleidung oder deinen Fingern, so ist dies in Extremfällen ein Ausdruck für eine zu frühzeitige Trennung von der Mutter.

In den allermeisten Fällen zeigen Kätzchen dieses Verhalten aber im innigen Spiel mit ihrem Menschen. Sie genießen dann einfach deine Nähe und zeigen ihre Zuneigung. Wenn es dir allerdings zu viel wird, kannst du dein Kätzchen sanft und behutsam lösen und das Schmusen einen Moment unterbrechen. Keinesfalls solltest du dabei zu rau vorgehen, da dein Kätzchen ja bloß seine Nähe und Liebe zu dir zeigen möchte.

Mein Kätzchen benutzt das Katzenklo nicht, was kann ich tun?

Kätzchen lernen das Benutzen des Katzenklos bereits von ihrer Mutter. Wenn dein Kitten im neuen Zuhause das Katzenklo nicht benutzt, so kannst du einige Dinge ausprobieren.

Zunächst kennt dein Kätzchen vielleicht einfach ein Klo wie deines nicht, etwa wenn es einen Deckel hat und das Kätzchen zuvor immer ein Klo ohne Deckel benutzt hat. Vielleicht ist auch das Katzenstreu zu fein oder zu grob. Frage bei deinem Züchter nach, wie genau das Katzenklo beschaffen war.

Der Standort des Klos ist ebenfalls wichtig: Bevorzugt dein Kätzchen vielleicht einen ruhigeren Ort? Oder möchte es vom Lieblingsspielplatz einen kürzeren Weg zur Toilette? Wahrscheinlich wirst du experimentieren müssen um herauszufinden, was deinem Kätzchen gefällt. Das Katzenklo sollte täglich gereinigt werden. Ein schmutziges Katzenklo wird dein Kätzchen nämlich in gar keinem Fall benutzen.

Wenn du dein Kätzchen dabei erwischt, wie es sein Geschäft außerhalb des Klos verrichtet, so kannst du wieder konsequent „Nein!“ sagen und das Kätzchen in das Katzenklo setzen. Wenn du bemerkst, wie deine Katze ihre Toilette benutzt, so belohne sie, etwa mit einem Leckerchen oder Streicheleinheiten.

Die Bengalkatze erziehen: Spiel, Tricks und Beschäftigung

Wie eingangs erwähnt, sind Bengalen neugierige Zeitgenossen. Sie sind außerdem sehr intelligent und lernen daher schnell und mit großer Begeisterung kleine Tricks. Du kannst ihnen etwa beibringen, auf Zuruf zu dir zu kommen oder dir das Pfötchen zu geben.

Rufe den Namen deiner Katze. Zunächst wird sie damit nichts anfangen können. Wenn sie aber durch Zufall, etwa einfach, weil sie neugierig ist, daraufhin zu dir kommt, belohne sie mit Leckerchen oder Streicheleinheit. Wiederhole das und deine Katze wird lernen, auf Zuruf zu dir zu kommen.

Auf diese Weise, also durch Belohnung richtiger Verhaltensweisen, kannst du deinem Kätzchen nahezu jedes Kunststückchen beibringen. Bengalen sind äußerst aufgeschlossen, also probiere aus, woran ihr beide Freude habt und gehe mit viel Geduld vor. Dann wirst du einiges mit deinem Kätzchen erleben können!

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Bildnachweis:
Bild von Bishnu Sarangi auf Pixabay
Bild von Nina_photographer auf Pixabay