Als stolzer Besitzer einer Maine Coon hast du dir einen begabten Jäger nach Hause geholt. Diese Katzenrasse ist bekannt für ihre Intelligenz und Anhänglichkeit zum Menschen – also dir.

Genau diese beiden Charaktereigenschaften machen aus der Maine Coon einen sehr lernwilligen Schüler, wenn es um die Erziehung geht.

Um die Beziehung zwischen dir und deiner Katze zu fördern und das natürliche Wesen der Maine Coon zu unterstützen, ist ein gewisser Grad an Erziehung erforderlich. Doch keine Sorge: Mit deiner Maine Coon wirst du dabei höchstwahrscheinlich mehr Spaß als Frust erleben und sie wird es dir danken.

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Warum Erziehung?

Du darfst nie vergessen: Auch der anhänglichste Schmusetiger ist und bleibt ein Tier, das angeborene Instinkte hat, die es niemals ganz verlernt. Insbesondere Maine Coon sind aufgrund ihrer Abstammung von den Waldkatzen sehr naturverbunden – auch dann, wenn du deine Katze als Stubentiger hältst.

Es spielt also keine große Rolle, ob deine Maine Coon ein Freigänger ist und regelmäßig ihrem Jagdtrieb nachgehen kann oder ob du sie in der Wohnung hältst: Alle Katzen wollen geistig gefördert und vor allem gefordert werden.

Indem du das tust, schenkst du deinem Tier nicht nur die nötige Aufmerksamkeit, du vertiefst auch eurer beider Beziehung zueinander und sorgst nachhaltig für eine entspannte Atmosphäre, in der sich sowohl Mensch als auch Tier wohlfühlen.

Auch, wenn es bei deiner Maine Coon vielleicht bereits Auffälligkeiten im Verhalten gibt, kann eine Portion Erziehung Abhilfe schaffen: Kratzt sie zum Beispiel an Teppichen oder Möbeln? Rennt sie immer dann aufgeregt im Zimmer herum, wenn alle Anderen gerade zur Ruhe gekommen sind? Das sind Zeichen dafür, dass der Katze etwas fehlt.

Die Grundlagen der Erziehung

Vor dem eigentlichen Training gibt es für dich einige Dinge zu beachten. Bitte nimm dir folgenden Leitfaden zu Herzen, da du damit den Grundstock für eine förderliche und nachhaltige Erziehung legst:

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Die Erziehung im Detail

Jetzt kommt es natürlich darauf an, was du deiner Maine Coon konkret beibringen möchtest. Alle Ideen sollten dabei realistisch bleiben, denn dieser Ratgeber soll nicht dazu dienen, aus einer Katze einen Zirkusclown zu machen – wir möchten das natürliche Wesen der Katze fördern. Nachfolgend findest du einige grundlegende Ideen, was eine Katze gut und gerne erlernen kann.

Nur da kratzen, wo sie soll

Und zwar am Kratzbaum. Dieser darf in keinem Haushalt, in dem eine Katze gehalten wird, fehlen. Die Katze stutzt dabei ganz von selbst ihre scharfen Krallen auf ein Normalmaß. Dabei macht es ihr auch noch Spaß, andernfalls würden sie ihre Krallen wahrscheinlich nicht an Möbeln oder Teppichen wetzen.

Hier kannst du die Neugier deiner Katze wecken: Wenn du mit dem Kratzbaum interagierst, wird sie darauf aufmerksam. Streiche doch auch ein paar Mal mit deinen Fingernägeln über die Kratzflächen – das macht ein interessantes Geräusch, das deine Katze anlocken wird.

Auch hilft ein aufmunterndes Zureden oder die Art, wie du deine Katze normalerweise rufst. Zusätzlich kannst du ein paar Katzen-Spielzeuge auf dem Kratzbaum platzieren. Nimm am besten die, mit denen deine Maine Coon am liebsten und häufigsten spielt.

Bei der Wahl des richtigen Kratzbaums gilt übrigens: Je mehr, desto besser. Hat der Baum z.B. viele Sitzflächen oder Liege-Höhlen, hat deine Katze den größten Anreiz, viel Neues zu erkunden.

Zu guter Letzt: Belohne deine Katze immer, wenn sie an den richtigen Stellen gekratzt hat! Es müssen nicht immer Leckerlis sein (auch wenn diese, gerade am Anfang, hilfreich sind). Ab einer gewissen Routine freut sich deine Maine Coon auch, wenn du sie einfach bloß streichelst oder ein paar liebe Worte sagst.

Ruhe und Entspannung für Mensch und Tier

Wenn deine Maine Coon andere Verhalten an den Tag legt, die du unterbinden willst, hilft eines: Verschaffe deiner Katze täglich geistige Herausforderungen. Aufgrund ihrer geschärften Sinne schlafen Katzen normalerweise mehrmals pro Tag. Dein Tier wirkt aber übermäßig aufgeregt und unentspannt? Dann fehlt ihr wahrscheinlich eine Aufgabe.

Ob eine Katze sich selbst beschäftigen kann, ist oft eine individuelle Angelegenheit. Tut oder kann sie das nicht, solltest du sie dabei tatkräftig unterstützen.

Wenn du nicht viel Zeit hast, sind besonders für Maine Coon Intelligenz-Spielzeuge bestens geeignet. Die gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Häufig geht es darum, Leckerlis auf einer Art „Spielbrett“ zu platzieren, sodass die Katze eine geistige Aufgabe lösen muss, um sie herauszuholen. Hier empfehlen sich Herstellungsvarianten aus Holz, da diese am natürlichsten sind.

Unter anderem gibt es z.B. auch mehrlagige Hanfmatten, in deren Schichten du Leckerlis verstecken kannst – die Katze wird wahre Freude daran haben, nach den Leckereien zu buddeln.

Derlei Spielzeuge beschäftigen das Tier über eine gewisse Zeit und belohnen sie gleichzeitig, ohne dass du das extra tun musst.

Wenn du nicht extra Anschaffungen solcher Spielereien tätigen möchtest, gilt es, deine Katze selbst zu beschäftigen. Nimm dafür ihr Spielzeug, wirf es ihr zu oder locke sie damit. Ob Mäuschen, Bälle oder sonstiges, es ist für die Katze zusätzlich aufregend, wenn du das Spielzeug irgendwo „versteckst“ und ihr einen Hinweis gibst, wo sie es finden kann: z.B. unter einer Decke (die sie benutzen darf). Wenn du einen Pappkarton zur Hand hast, prima! Katzen lieben Kartons – platziere ihn im Raum deiner Wahl und wirf das Spielzeug von weitem hinein.

Nicht selten sind die simpelsten Spielzeuge die besten: Bewahre jeden Schuhkarton auf und schenke ihn deiner Katze, bis sie das Interesse daran verliert. Rolle ein Stück Alufolie zu einer Kugel (das knistert so schön) und benutze ihn als Ball.

Fülle ein leeres Überraschungs-Ei mit etwas Katzenstreu und wirf ihn – das ergibt ein ganz neues Geräusch für deine Maine Coon, dem sie sicher nachgehen will.

Früher oder später wird jede Katze müde – auch deine. Hast du genug mit ihr gespielt, wird sie dir das zeigen, indem sie sich zurückzieht. In der Regel wird das an den Schlafplatz ihrer Wahl sein.

Meine Katze miaut ständig

Trotz aller Beschäftigung und Herausforderungen macht sich deine Katze immer noch durch lautes Miauen bemerkbar und wirkt insgesamt unausgeglichen?

Hier solltest du die Faustregel anwenden: Belohne deine Katze nicht dafür, dass sie miaut – aber bestrafe sie auch keinesfalls dafür! Das heißt, dein Tier will dir irgendetwas mitteilen. Es kann viele Gründe für Unzufriedenheit geben, sei es ein unsauberes Katzenklo oder bloß der Wunsch nach etwas Zuwendung. Macht sich deine Maine Coon bemerkbar, sieh nach dem Rechten. Ist alles in Ordnung, belohne sie nicht mit Leckereien oder sonstigem.

Steter Tropfen höhlt den Stein – Katzen kommunizieren untereinander ganz anders als mit uns Menschen. Und da sie so schlau sind, hat deine Maine Coon vielleicht einfach eine Methode entwickelt, deine Aufmerksamkeit zu ergattern, sei es auch nur für einen Moment. Wenn du ihr solche Triumphe nicht gönnst, wird sie irgendwann damit aufhören.

Trotzdem gilt: Hat sie dich tatsächlich auf einen Umstand hingewiesen, den es zu beseitigen galt (z.B. das besagte unsaubere Katzenklo), dann behalte dir das im Hinterkopf. So kannst du Störfaktoren für dein Tier bereits im Voraus beseitigen.

Abschließend: Die „Do Not“ und ihre Alternativen

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Bildnachweis:
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