Ein Schäferhund sollte konsequent, aber dennoch liebevoll erzogen werden. Es gilt, die diversen Übungen ständig und konsequent zu wiederholen, dabei aber stets ruhig zu bleiben.

Wird das befolgt, wird der Hund schnell verstehen, dass sein Herrchen das Sagen hat, und so zu einem verspielten, treuen und gutmütigen Begleiter für den Alltag heranwachsen.

Mit der Erziehung eines Schäferhundes sollte im besten Fall schon im Welpenalter begonnen werden.

Darüber hinaus ist es neben der reinen Erziehung an sich wichtig, dem Hund genug körperliche und geistige Auslastung bieten zu können.

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Kennenlernen des eigenen Namens

Das Erste, was ein Schäferhund Welpe lernen sollte, ist der eigene Name. Der Name muss immer wieder geübt werden, damit der Hund ihn wirklich mit sich in Verbindung bringt. Dies bildet die Grundlage für jede weitere Übung.

Läuft der Hund zum Beispiel auf seinen Besitzer zu, wird sein Name gerufen. Reagiert er auf seinen Namen, wird er anschließend gelobt. Dadurch entwickelt der Welpe eine positive Verknüpfung zu seinem Namen. Der Schäferhund als sehr schlaues Tier hat in der Regel relativ zügig verstanden, dass er angesprochen ist, wenn sein Name gerufen wird.

Es sollte allerdings vermieden werden, den Namen mit etwas Negativem in Zusammenhang zu bringen, damit der Hund nicht lernt, seinen Namen mit einer Bestrafung oder etwas unangenehmem zu verknüpfen. Verrichtet der Welpe beispielsweise sein Geschäft innerhalb des Wohnbereiches, sollte er nicht mit seinem Namen genannt werden, sondern lieber ein klares Kommando in deutlichem Ton, beispielsweise “Nein”, gerufen werden.

Grenzen setzen

Damit später keine unerwünschten Verhaltensweisen mühsam wieder abtrainiert werden müssen, muss der Schäferhund von klein auf wisse, wo die Grenzen des Erlaubten liegen. Dabei ist es wichtig ruhig, aber gleichzeitig bestimmt zu sein.

Es sollte beispielsweise nicht nachgegeben werden, wenn der Welpe ständig am Tisch bettelt. Auch hier ist es wieder deutlich besser, ein klares Kommando zu geben, und unterstützend mit dem Arm oder der Hand auf seinen Platz zu zeigen. Folgt der Welpe diesem Kommando nicht, wird er an seinen Platz gebracht.

Es kann gut sein, dass der Welpe immer mal wieder sein Glück suchen wird und erneut am Tisch bettelt. Passiert das, ist Konsequenz gefragt. Die eben genannten Schritte werden so lange wiederholt, bis der Welpe gelernt hat, dass es nichts bringt, am Tisch zu betteln und auch nichts vom Tisch bekommt.

Diese Methode eignet sich für sehr viele verschiedene Situation und Szenarios, beispielsweise wenn der Hund nicht auf das Sofa oder nicht auf das Bett darf.

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Wie wird mein Welpe stubenrein?

Es ist Geduld gefragt, wenn es darum geht, einen Schäferhund stubenrein zu bekommen. Dabei empfiehlt es sich direkt nach dem Welpenkauf ausgeprägt Zeit für den Welpen zu nehmen und eventuell sogar Urlaub zu nehmen, damit dem Hund von Anfang an antrainiert werden kann, stubenrein zu werden.

Wenn ein Welpe in der Wohnung sein Geschäft erledigt, hat das zwei Ursachen. Zum einen ist es ihm eventuell noch nicht möglich, seine Blase zu kontrollieren. Um dies aktiv steuern zu können, muss der Welpe körperlich reif genug sein. Diese Phase ist aber relativ schnell erreicht. Zum anderen weiß er einfach noch nicht, dass es nicht erlaubt ist. Und genau das muss ihm schon in frühen Alter antrainiert werden.

Es gilt zum einen, auf Anzeichen zu achten, die darauf hindeuten, dass er sein Geschäft erledigen muss. Fängt er beispielsweise an, unruhig zu werden, dauernd zur Tür zu schauen oder sogar zu fiepen dabei, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es jetzt besser schnell gehen sollte.

Wenn dein neuer Mitbewohner sein Geschäft erfolgreich außerhalb der Wohnung erledigt, sollte er dafür ausgiebig gelobt werden. Dadurch verbindet er das Rausgehen zum Geschäft verrichten mit etwas Positivem. Gleichzeitig lernt er, sich bei dir zu melden, wenn er raus muss.

Wenn du es einmal nicht rechtzeitig bemerkt hast, dass der Hund rauswollte, oder warst du einmal nicht schnell genug, sollte es im Nachhinein auf keinen Fall eine Bestrafung für den Welpen geben. Er kann das Schimpfen nicht mit der vorausgegangenen Tat verknüpfen.

Welpen müssen in der Regel ihr Geschäft nach einem ausgeprägten Schlaf, nach dem Fressen oder Trinken oder nach einer Spieleinheit verrichten, daher sollte danach direkt mit ihnen herausgegangen werden.

Du solltest ebenso am frühen Morgen nach dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen mit dem Welpen herausgehen. Wer einen Hof beziehungsweise einen Garten hat, ist hier klar im Vorteil, da es reicht, den Welpen zwischendurch kurz hinauszulassen.

Es gibt die Möglichkeit, sich eine Welpen Toilette zuzulegen, die an einem bestimmten Ort positioniert wird. Die Gefahr dabei ist, dass es später schwierig sein könnte, dem Hund das Geschäft verrichten im Haus wieder abzutrainieren beziehungsweise er den Platz auch weiterhin dafür aufsucht, obwohl die Toilette gar nicht mehr an ihrem Platz steht.

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Die Kommandos “Sitz” und “Platz”

“Sitz” und “Platz” gehören zu den wichtigsten Grundbegriffen und Kommandos, die der Schäferhundwelpe am Anfang lernen sollte. Für die Übungsstunden eignet sich am besten eine ruhige Umgebung, in welcher der Hund nicht abgelenkt werden kann. Um deinem Welpen das Kommando Sitz beizubringen, hat sich folgende Methode bewährt:

Stelle Dich als Erstes mit einem Leckerli direkt vor deinen Welpen. Strecke nun den Zeigefinger aus und hebe deinen Arm hoch, sodass der Welpe gezwungen ist hochzuschauen, um das Leckerli sehen zu können. Schon allein um das Leckerli im Blick zu behalten wird sich der Welpe beim Hochsehen hinsetzen.

Rufe “Sitz”, sobald er sich hingesetzt hat.

Lobe den Welpen anschließend und gebe ihm sein verdientes Leckerli.

Wenn der Welpe während der Übung anfängt hochzuspringen, wird streng und deutlich “Nein” gerufen, anschließend einen Schritt von ihm weggegangen und die Übung erneut begonnen.

Wenn dein Welpe das Kommando Sitz beherrscht, kann angefangen werden, das Kommando ”Platz” zu üben. Beginne, indem du den Welpen zunächst “Sitz” machen lässt. Anschließend nimmst du erneut ein Leckerli und gehst auf den Boden, während die Hand flach ausgestreckt ist.

Um an da unter der Hand befindliche Leckerli zu kommen, wird der Welpe von sich aus “Platz” machen. Sobald das passiert, sagst du “Platz”, lobst deinen Welpen und gibst ihm das Leckerli. Wenn der Hund aus dem “Sitz” aufsteht, wird die Übung noch einmal von vorne begonnen.

Das Kommando “Bleib”

Das Kommando “Bleib” wird folgendermaßen geübt:

Der Welpe erhält erst das Kommando “Sitz”.

Danach rufst du “Bleib” und gehst einige Schritte zurück.

Wenn der Welpe sitzen bleibt, gehst du zurück, lobst ihn und gibst ihm das obligatorische Leckerli.

Wenn er allerdings hinterherläuft, führt man ihn zurück an den Anfangspunkt und beginnt die Übung erneut.

Wenn der Hund zwar sitzen bleibt, aber anfängt zu bellen, empfiehlt es sich zu warten, bis er sich wieder beruhigt hat, und erst dann zu ihm zurückzugehen.

Nach dem gleichen Muster wird die Entfernung mit der Zeit nach und nach vergrößert.

Das Kommando “Hier”

Wenn der Welpe das Kommando “Bleib” beherrscht, kann mit dem Kommando “Hier” fortgefahren werden. Dazu geht man folgendermaßen vor:

Als erstes wird der Befehl “Bleib” erteilt und dich einige Schritte von deinem Hund entfernt.

Danach wird “Hier” gerufen und gleichzeitig mit dem Zeigefinger und ausgestrecktem Arm auf den Boden vor dich gedeutet.

Kommt der Welpe zu dir, wird er dafür ausgiebig gelobt und erhält ein Leckerli.

Ist der Schritt erfolgreich gewesen, empfiehlt es sich, den Hund gleich noch “Sitz” machen zu lassen. Dadurch lernt er gleich, nicht direkt wieder davonzulaufen, sondern vor Ort zu bleiben.

Wenn er Welpe abschweift oder auf das Kommando nicht reagiert, wird die Übung wiederholt und ihm das Leckerli beim Herrufen gezeigt.

Das Kommando “Nein”

“Nein” ist ein elementares Kommando in der Welpenerziehung. Es macht Sinn, das Kommando mit einem anderen Befehl zusammen zu lernen. Beispielsweise kann dem Hund befohlen werden, sich hinzusetzen. Wenn der Hund nicht sitzen bleibt, wird “Nein” gerufen.

Sobald der Welpe verstanden hat, dass “Nein” bedeutet, dass etwas nicht erlaubt ist, wird er das Kommando auch in anderen Situation verstehen.

Bei diesem Kommando ist es in der Erziehungsphase wichtig, dass umgehend nach dem “Nein” ein weiterer Befehl gerufen wird, und der Welpe belohnt wird, wenn er diesen Befehl korrekt ausführt. Dadurch verknüpft er mit dem Kommando “Nein”, welches ja eigentlich ein Verbot ausdrückt, dennoch etwas Positives.

Halsband und Leine

Bei Welpen sollten zunächst nur weiche und breite Halsbänder oder Brustgeschirre verwendet werden.

Der neue Mitbewohner gewöhnt sich sehr schnell an das Halsband, wenn man es ihm umbindet, bevor er sein Futter bekommt.

Dadurch wird eine positive Verbindung mit dem Halsband hergestellt, da Halsband gleich Futter bedeutet. Hat sich der Welpe an das Halsband gewöhnt, kann in gleicher Art und Weise mit der Gewöhnung an die Leine fortgesetzt werden.

Das erste Mal rausgehen mit Leine

wenn sich der Welpe an das Halsband und die Leine gewöhnt hat, wird es Zeit für den ersten angeleinten Spaziergang. Wenn sich der Welpe nicht traut oder sich nicht vom Fleck bewegt, gehst du folgendermaßen vor:

  • Sehr oft hilft einfaches freundliches Zureden.

  • Reicht das nicht, kann mit dem Lieblingsspielzeug oder einem Leckerli nachgeholfen werden.

  • Auf gar keinen Fall sollte der Welpe auf den Arm genommen beziehungsweise werden, wenn er sich nicht vom Fleck bewegt. Dadurch merkt er schnell, dass er Erfolg hat, wenn er einfach stehen bleibt.

Wenn dein neuer Mitbewohner allerdings an der Leine zieht, hilft es ganz einfach, stehenzubleiben. Wenn er weiterzieht, wird so lange stehen geblieben, bis er sich zu dir umdreht und die Leine durchhängt. Dann wird er gelobt und der Spaziergang fortgesetzt.

Die Übung muss vor allem in jungem Alter und bei jedem Ziehen wiederholt werden, da es ansonsten im erwachsenen Alter sehr schwer werden kann, den Hund ordentlich an der Leine zu halten.

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Bildnachweis:
Bild von Camilla Mejlhede auf Pixabay
Bild von Nette Eriksson auf Pixabay

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