Europäisch-Kurzhaar-Rassebeschreibung
Lateinischer Name Felis silvestris catus
Herkunftsland Europa
Größe mittelgroß – groß (Schulterhöhe zwischen 30 und 35cm)
Gewicht Katze: 4 – 6 kg / Kater: 5 – 7 kg
Lebenserwartung 14 – 20 Jahre
Fellfarben alle natürlich vorkommenden Farben sind möglich
Typische Rassekrankheiten keine rassespezifischen Krankheiten

Geschichte der Rasse

Ihren Ursprung hat die Europäisch Kurzhaar Katze vermutlich in der aus Afrika stammenden Falbkatze, die einen ähnlichen Körperbau und eine übereinstimmende Schädelform hat. Erzählungen über die Europäisch Kurzhaar Katze reichen bis in die Zeit des alten Roms und sogar noch weiter zurück. Schließlich waren es die Römer, die die Westeuropäer mit kurzhaarigen Katzen vertraut machten. Man erkannte schon damals die Vorzüge der flinken Jäger und machte sie sich als Mäusefänger zunutze.

Als direkter Vorfahre der Europäisch Kurzhaar Katze gilt die gewöhnliche Haus- und Dorfkatze. Die Katzen haben sich zunächst auf natürliche Weise, also ohne irgendwelche Zuchtregeln entwickelt. Schon damals existierten diese Haus- und Dorfkatzen in vielen verschiedenen und schönen Farbkombinationen.

Dass die vermeintlich gewöhnliche Hauskatze ebenfalls eine Rassekatze ist, ist teilweise in Deutschland bis heute noch nicht bekannt. Das liegt vermutlich daran, dass die Europäisch Kurzhaar Katze erst im Jahre 1982 durch die Zuchtverbände offiziell als eigene Rasse anerkannt wurde.

Heutzutage wird sie in vielen verschiedenen europäischen Ländern mit Erfolg gezüchtet und gilt als die weit verbreitetste und auch beliebteste Katzenrasse in Europa. In England wurde die Rasse durch Einkreuzung von Perserkatzen zu einem Phänotyp entwickelt, welcher weniger mit der uns vertrauten Hauskatze gemeinsam hat.

Diese Tiere wurden später in Britisch Kurzhaar (Kartäuser) umbenannt. In Amerika wird die Rasse erfolgreich als Amerikanisch Kurzhaar (ASH) gezüchtet.

Europäisch-Kurzhaar-Charakter

Verhalten und Wesen

Das Wichtigste vorab: Die Europäisch Kurzhaar Katze ist eine sehr menschenbezogene Rasse und genießt Nähe, Aufmerksamkeiten und Kuscheleinheiten. Daher wirst du als Tierhalter/in sicher nicht zu kurz kommen, wenn du die Nähe zu deinem Stubentiger suchen möchtest. Neben ihrer Schmusebedürftigkeit möchte die Katze aber auch etwas erleben und beschäftigt werden. Die Europäisch Kurzhaar Katze gilt allgemein als lebhaft, abenteuerlustig und fühlt sich im Freien am wohlsten.

Aus diesem Grund solltest du als Tierhalter/in am besten einen eigenen Garten haben oder zumindest in einer Gegend wohnen, in der sich die Katze unproblematisch fortbewegen kann, ohne in Gefahr zu kommen. Bietest du der Katze diesen Freiraum, kann sie sich sehr gut allein beschäftigen.

Ihr Jagdinstinkt ist sehr ausgeprägt und in der Natur kann sie ungestört ihren Bedürfnissen nachgehen und ihren aufgeweckten und aktiven Charakter ausleben. Falls dir eine Haltung der Katze als Freigänger nicht möglich sein sollte, ist es wichtig, die Katze drinnen ausreichend zu fordern und zu beschäftigen, denn Katzen sollten sich nicht nur allein beschäftigen müssen.

Das gemeinsame Spielen ist außerdem für die Bindung zwischen dir und dem Tier besonders wichtig und sollte nicht zu kurz kommen. Zusätzlich wirst du so den Charakter, sowie die Vorlieben deines Stubentigers noch besser kennenlernen.

Du solltest dir, wenn möglich, mehrmals täglich die Zeit nehmen, gemeinsam mit deiner Katze zu spielen. Hierfür gibt es spezielle Spielzeuge und auch Spielideen, sodass gemeinsame und lustige Momente vorprogrammiert sind. Wichtig beim gemeinsamen Spielen mit deiner Katze ist es aber, dass du Erfolgsmomente ihrerseits zulässt. Lass dir immer mal wieder das Spielzeug wegnehmen, sodass deine Katze dich besiegen kann.

Wichtig ist auch, dass der Stubentiger zum Schluss gewinnen kann und somit das gemeinsame Spielen positiv für das Tier endet. Trotz ihrem Bewegungsdrang und ihrem Jagdinstinkt ist die Europäisch Kurzhaar Katze aber ein sehr ausgeglichenes Haustier, welches sich gut an verschiedene Lebensumstände und Lebensräume anpassen kann.

Ein Zusammenleben mit Artgenossen und auch mit anderen Haustieren, wie zum Beispiel Hunden, ist für die Katze meist kein Problem. Sie ist ein sehr soziales und verträgliches Tier. Diese Eigenschaften machen sie als Haustier für die ganze Familie sehr beliebt.

Haltung und Pflege

Eine Europäisch Kurzhaar Katze ist wie alle anderen Katzen und Haustiere natürlich auch ein Lebewesen, um das du dich regelmäßig kümmern musst. Mit der Anschaffung einer Katze entstehen Verpflichtungen für dich als Halter und es ist nicht besonders lobenswert, sich eine Katze zuzulegen, einfach nur, weil man gerne eine zu Hause hätte und sie süß aussieht.

Das wäre ziemlich egoistisch. Der häufigste Grund dafür, dass viele Katzen oft schon nach nur sehr kurzer Zeit von den Besitzern wieder beim Züchter oder in einem Tierheim abgegeben werden, ist, dass nicht bedacht wurde, was es mit sich bringt, Verantwortung für ein kleines Raubtier übernehmen zu müssen. Der Stubentiger wird in deiner Wohnung allgegenwärtig sein und sie als sein Revier betrachten, in dem er sich frei bewegen möchte. Daher ist es sehr wichtig, dass deine Wohnung keine Gefahren für das Tier in sich birgt.

Das bedeutet für dich, giftige Pflanzen aus der Wohnung zu entfernen und Fenster katzensicher zu machen. Es kommt leider nicht selten vor, dass Katzen aus schwindelerregenden Höhen aus Fenstern springen. Es besteht dabei natürlich nicht nur eine hohe Verletzungsgefahr, sondern auch der Weg nach Hause ist anschließend für die Tiere schwer wiederzufinden.

Daher solltest du deine Fenster zumindest mit einem Fliegengitter versehen. Wenn du dir und deinem Stubentiger aber eine kontinuierliche Frischluftzufuhr bereiten willst und deine Fenster regelmäßig gekippt hast, solltest du ein Fenstergitter anbringen, denn dieses kann verhindern, dass das Tier in das gekippte Fenster rutscht, dort eingeklemmt wird und im schlimmsten Fall sogar auf diese Weise verendet.

Bei der Europäisch Kurzhaar Katze handelt es sich zwar nicht um eine Rasse, die besonders krankheitsanfällig ist, aber trotzdem solltest du ein paar wichtige Dinge beachten. Regelmäßige Tierarztbesuche, insbesondere in den jungen Jahren des Tieres, sind wichtig, um Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen und sich über den angemessenen Impfschutz des Tieres aufklären zu lassen.

Wenn deine Katze ein Freigänger ist, bestehen zusätzliche Risiken, wie Erkrankungen an Tollwut oder Leukose, welche durch Impfungen abgedeckt werden sollten. Außerdem kann es nie schaden, das Fell gründlich nach Parasiten abzusuchen. Ansonsten ist die Europäisch Kurzhaar Katze, was die Pflege des Fells betrifft, nicht sehr anspruchsvoll.

Ab und zu solltest du sie mit einer Bürste oder einem Kamm pflegen, um die ausgefallenen Haare zu entfernen. Insbesondere während der Zeit des Fellwechsels, also speziell im Frühling und im Herbst, solltest du das Fell öfter bürsten. Den Rest wird sie selbst in täglicher Feinarbeit erledigen.

Nicht zuletzt solltest du großen Wert auf eine Nährreiche und ausgewogene Ernährung deiner Katze legen. Wie andere Katzenrassen auch ist die Europäisch Kurzhaar Katze in erster Linie ein fleischfressendes Tier. Eine vegetarische Ernährung wäre für die Katze nicht ausreichend, da sie so die für sie notwendigen Nährstoffe nicht aufnehmen könnte.

Bei der Wahl des richtigen Futters ist es wichtig zu beachten, dass darin nicht zu viel Zucker, beziehungsweise Kohlenhydrate enthalten sind. Viele Billigprodukte enthalten nämlich hauptsächlich Zucker und andere Kohlenhydrate als Sattmacher. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass Katzen diese Zusatzstoffe nicht benötigen.

Wichtiger ist es, den hohen Bedarf an Aminosäuren decken zu können, da diese für Katzen überlebenswichtig sind. Insbesondere auf Nassfutter sollte nicht verzichtet werden, da Katzen den Großteil ihrer benötigten Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen und für gewöhnlich eher selten trinken.

Kuhmilch ist entgegen der weit verbreiteten Auffassung wegen ihres Milchzuckers ungeeignet für Katzen und kann bei ihnen zu Durchfall führen. Daher solltest du deinem Stubentiger höchstens gelegentlich und ausnahmsweise eine kleine Menge an Milch servieren. Auch rohes Schweinefleisch kann für Katzen aufgrund der darin enthaltenen Bakterien lebensbedrohlich werden.

Am besten, du fütterst nur mit Futter, welches auch speziell für Katzen hergestellt wurde. Hochwertige Markenprodukte sind dabei oft die bessere und nährstoffreichere Alternative als günstige Supermarktprodukte. Schließlich möchtest du ja, dass deine Katze gesund ist und sie sich rundum wohlfühlen kann.

Bildnachweis:
Bild von Annette Meyer auf Pixabay
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