Sicherlich hast du auch schon einmal den Spruch „Alten Katzen kann man keine neuen Tricks beibringen“ aufgeschnappt.

Auch wenn dieses volkstümliche Sprichwort in den meisten Fällen nicht direkt auf die flauschigen Vierbeiner gemünzt wird, so könnte man angesichts dieser Aussage doch schnell auf den Gedanken kommen, dass die Erziehung einer ausgewachsenen Perserkatze einer Sisyphusarbeit gleichkommt.

Glücklicherweise können wir dir an dieser Stelle Entwarnung geben. Der Volksmund war bei seiner Redewendung etwas vorschnell. Es mag stimmen, dass es bei der Erziehung einer erwachsenen Perserkatze gewisse Faktoren gibt, die du während des Trainings beachten solltest.

Unmöglich ist dieses Unterfangen jedoch keineswegs. Mit unserem nun folgenden Ratgeber möchten wir dir alles erzählen, was du über die Erziehung deiner großen Fellnase wissen musst.

Erwachsene-Perserkatze-Erziehung

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Geduld als Grundvoraussetzung

Im Gegensatz zu einem Babykätzchen haben ausgewachsene Katzen bereits gewisse Verhaltensmuster verinnerlicht, die für sie über viele Jahre hinweg zur Gewohnheit geworden sind. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du für die Erziehung deiner Samtpfote eine große Portion Geduld mitbringst. So wie wir Menschen, brauchen auch Katze eine gewisse Eingewöhnungsphase, um alte Gewohnheiten abzulegen und neue Verhaltensmuster an den Tag zu legen.

Eine eiserne Disziplin ist hierbei das A und O. Wenn du damit beginnst, nachlässig zu werden und unerwünschtes Benehmen deiner Perserkatze nicht konsequent unterbindest, wird dein Haustier für sich selbst keinen Anlass sehen, sein Verhalten dauerhaft zu ändern.

Natürlich gibt es viele Faktoren aus der Vorgeschichte deines Vierbeiners, die es während der Erziehung zu beachten gilt. Wenn du deine Fellnase bereits seit ihrer Kindheit kennst, hast du hier die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erziehung.

Zieht deine Perserkatze allerdings erst in deinen Haushalt ein, wenn sie bereits erwachsen ist, braucht es Zeit, um die gewohnten Muster deines Stubentigers zu ergründen. Wie du merkst, ist die Erziehung einer ausgewachsenen Perserkatze von Tier zu Tier verschieden und bedarf viel Einfühlungsvermögen. Nichtsdestotrotz gibt es einige wichtige Grundregeln, die es in jedem Fall zu beachten gilt.

Erwachsene-Perserkatze

Die Ziele der Erziehung

Natürlich möchtest du deine Samtpfote nicht grundlos erziehen. Das konsequente Training hat das oberste Ziel, das Zusammenleben zwischen dir und deiner Katze so harmonisch wie möglich zu gestalten.

Dazu gehört es, dass du deiner Katze beibringst, deine schönen Wohnzimmermöbel nicht zum Kratzbaum umzufunktionieren. Aber auch das Wohl deines Vierbeiners hat bei den Übungen eine besonders hohe Priorität. Indem du deiner Katze beibringst, dass der Bereich rund um den Küchenherd tabu ist, schützt du sie vor möglichen Verbrennungen, die ein Sprung auf das heiße Kochfeld mit sich bringen würde.

Dich selbst kannst du indes schützen, wenn du deiner Perserkatze das unliebsame Kratzen oder Beißen abgewöhnst. Abhängig von der Vorgeschichte deiner Fellnase, ist es sogar denkbar, dass es bei ihr bereits an ganz rudimentären Abläufen hapert. Dazu können etwa das Aufsuchen der Katzentoilette, aber auch das Finden der Futternäpfe oder des Schlafplatzes zählen.

Entgegen vieler Vorurteile sehen sich Katzen dir gegenüber nicht als Gottheit, der du huldigen solltest. Auch wenn die pelzigen Vierbeiner nicht selten als launische Diven verschrien sind, so sind sie in Wahrheit doch äußerst soziale Tiere, für die eine enge Bindung zu ihren Haltern von enormer Bedeutung ist.

Ohne ein solches Vertrauensverhältnis wäre es auch gar nicht möglich, deine Katze zu erziehen. Stattdessen würde dein Stubentiger dich nicht als gleichrangig ansehen, sondern dir ausnahmslos auf der Nase herumtanzen.

Die Signale deiner Perserkatze richtig deuten

Damit sich die Erziehung deiner ausgewachsenen Perserkatze erfolgreich gestalten kann, musst du die Körpersprache deines Vierbeiners richtig deuten können. Nur so erfährst du, wie eine Situation auf deine Samtpfote wirkt, ob sie sich zufrieden zeigt oder gar verängstigt ist.

Wenn du die Signale, die deine Katze über ihre eigene Stimmung aussendet, richtig verstehst, kannst du deine erzieherischen Einheiten sehr viel einfühlsamer gestalten und sie an die Bedürfnisse deines Lieblings anpassen. Interpretierst du die Körpersprache deines Stubentigers hingegen falsch, läufst du Gefahr, Konfliktherde zu schüren, welche die weitere Arbeit nur unnötig erschweren werden. So ist das Schnurren einer Katze nicht zwangsläufig ein Ausdruck dafür, dass sich die Fellnase gerade pudelwohl fühlt.

Auch das Miauen wird von Katzen zu vielerlei Arten der Kommunikation benutzt. Hier gilt es besonders auf den Tonfall deines Haustieres zu achten, damit du merkst, ob deine Katze friedlich gestimmt ist oder sich gerade im Jagdmodus befindet. Falls du das Gefühl hast, noch Nachholbedarf bei der Deutung der Körpersprache von Katzen zu haben, solltest du diese Wissenslücke erst einmal in Ruhe schließen, bevor du letztlich mit der Erziehung beginnst.

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Training mit dem Clicker – eine altbewährte Methode

Neben dem natürlicherweise vorhandenen Jagdtrieb kann es auch die Langeweile sein, die deine Perserkatze dazu veranlasst, ungebetenen Schabernack in deiner Wohnung zu treiben. Eine altbewährte Methode, um deinen Stubentiger sinnvoll zu beschäftigen und obendrein zu erziehen, ist das Clickertraining. Mithilfe des Clickers kannst du akustische Signale aussenden, sobald deine Katze ein erwünschtes Verhalten an den Tag legt.

In Verbindung mit einer Belohnung in Form eines Leckerlis oder einer ausgiebigen Schmuseeinheit, wird dein Vierbeiner das charakteristische Klicken schon sehr bald mit positiven Eigenschaften verbinden. Auch ältere Tiere sind dazu in der Lage, erfolgreich mit dem Clicker zu arbeiten. Du kannst den Clicker beispielsweise dann anwenden, wenn deine Fellnase selbstständig auf die Toilette gegangen ist oder sich von einem Ort in deiner Wohnung entfernt, an dem sie nichts zu suchen hat.

Damit das Clickertraining gelingt, gilt es gewisse Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Training sollte dabei in einer möglichst ruhigen Umgebung stattfinden, in der dein Haustier von keinen störenden Nebengeräuschen oder optischen Reizen abgelenkt wird.

Wahrscheinlich weißt du selbst, wie schnell Katzen sich ablenken lassen. Oft reicht ein Blatt, das vor deinem Fenster hin und her tänzelt, oder ein ungewöhnlicher Schatten auf dem Boden, um die Aufmerksamkeit der Katze voll und ganz auf dieses „Spektakel“ zu lenken. Damit deine Samtpfote konzentriert bei der Sache bleibt, ist es also umso wichtiger, dass potenzielle Quellen der Ablenkung auf ein Minimum reduziert werden.

Die Trainingseinheiten solltest du am besten beenden, bevor du merkst, dass deine Katze die Lust verliert. Somit hältst du das Clicker-Spiel interessant und verringerst die Gefahr, dass dein Stubentiger das Interesse am Training verliert. Zeigt dein Liebling während der Einheiten ein unerwünschtes Verhalten, dann solltest du ihn auf gar keinen Fall bestrafen.

Die flauschigen Vierbeiner verstehen oft nicht, dass die Strafmaßnahmen ihrem Fehlverhalten gelten und fühlen sich deshalb zu Unrecht geärgert. Dies kann wiederum negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen deiner Katze und dir nach sich ziehen, womit die künftige Erziehung weiter erschwert würde.

Es ist wichtig, dass deine Perserkatze das Clickertraining ausnahmslos positiv wahrnimmt. Deshalb solltest du während des Trainings auch nicht an liebevollen, lobenden Worten sparen.

Der spielerische Ansatz

Das Clickertraining ist nicht die einzige Möglichkeit, um die Energien deiner Katze in die richtigen Bahnen zu lenken. Wenn deine erwachsene Perserkatze immer wieder den Drang verspürt, dein Mobiliar zu malträtieren, kann dies den Hintergrund haben, dass sie schlichtweg unterbeschäftigt ist. Versuche deshalb regelmäßig mit deinem Vierbeiner zu spielen.

Sobald die kleinen Räuber einem Spielzeug oder einem Stück Schnur hinterherjagen dürfen, leben sie ihren Jagdtrieb aus. Gleichzeitig können sich die Fellnasen so richtig schön auspowern. Allerdings solltest du es während des Spielens vermeiden, deine Katze zu überfordern oder gar zu erschöpfen. Nach etwa einer Viertelstunde ist es deshalb an der Zeit, die spielerische Jagdeinheit zu ihrem Ende kommen zu lassen.

Das Spielen mit deiner Katze sollte unbedingt zum festen Bestandteil deines Alltags werden. Wenn du deinen Liebling regelmäßig beschäftigst, wirst du sehr schnell feststellen, dass er keinen Grund mehr dafür sieht, deine Wohnzimmereinrichtung zu attackieren.

Fehler, die es zu vermeiden gilt

Selbstverständlich gibt es viele Dinge, die du während der Erziehung deiner erwachsenen Perserkatze falsch machen kannst. Um dich vor den negativen Konsequenzen zu wahren, die solche Fehler nach sich ziehen, präsentieren wir dir nun eine Liste von Dingen, die du während der Erziehung deines Vierbeiners unbedingt vermeiden solltest.

Brüllen

Mit Sicherheit weißt du, dass das Hörvermögen deines Stubentigers viel sensibler ist als deins. Lautes Brüllen führt in erster Linie nicht dazu, dass deine Katze die Schimpftirade als erzieherische Maßnahme wahrnimmt, sondern sorgt bei ihr viel mehr für Ohrenschmerzen.

Körperliche Gewalt

Gewalt gegenüber deiner Katze ist ein absolutes No-Go. Die Übergriffe bewirken nicht nur, dass deine Katze Angst vor dir bekommen wird, sondern sind zudem auch strafrechtlich relevant.

Zu viel Druck

Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du dich nicht auf das individuelle Lerntempo deines Stubentigers einstellst, wird sich dieser schnell überfordert fühlen.

Keine Konsequenz

Die Vierbeiner probieren gerne aus, wie weit sich die von dir festgelegten Regeln dehnen lassen. Bleib deiner Linie deshalb unbedingt treu und versuche nicht nachlässig zu werden.

Wie verhalte ich mich, wenn die Erziehung einfach nicht greifen will?

Zunächst solltest du dich fragen, ob du deiner Katze wirklich einen großzügigen Zeitrahmen eingeräumt hast, um die während des Trainings vermittelten Verhaltensmuster zu verinnerlichen. Dabei solltest du auch dich selbst kritisch hinterfragen. Warst du konsequent? Hast du deine Katze regelmäßig beschäftigt? Wurden Erziehungsfehler vermieden? Ist dies der Fall und sollten sich trotzdem nach einigen Monaten noch keinerlei Fortschritte zeigen, kannst du zur Abklärung einen Tierarzt konsultieren.

Vielen Dank für dein Interesse. Wir wünschen dir für die Erziehung deiner erwachsenen Perserkatze alles Gute und hoffen, dass wir dir mit unserem Ratgeber weiterhelfen konnten.

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