Der Malinois zählt bis in das hohe Alter von bis zu etwa 14 Jahren zu den gesündesten und fittesten Hunderassen.

Der belgische Schäferhund hat, anders als beispielsweise der deutsche, keine Probleme mit Überzüchtung und bleibt daher für lange Zeit ein sportlicher und vitaler Begleiter.

Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass es keine Erbkrankheiten oder andere Beschwerden gibt, die bei dem Malinois auftreten können und für welche man entsprechende Vorsorgen treffen sollte.

Malinois-Gesundheit

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Der Malinois ist dabei besonders anfällig gegenüber Erkrankungen an den für die Bewegung erforderlichen Teilen des Körpers. Weitere Probleme können darüber hinaus auch durch schlechte Haltung oder falsche Ernährung auftreten.

Wenn du dich aber mit den verschiedenen Krankheitsbildern, sowie deren Verlauf und Ursachen auskennst, kannst du viel dazu beitragen, um deinem Malinois ein langes und glückliches Leben zu garantieren.

Spondylose beim Belgischen Schäferhund

Das Krankheitsbild der Spondylose bezeichnet Knochenzubildungen und den Abbau von Gewebe im Bereich der Wirbelsäule. Ursache hierfür ist eine Kombination aus Genen und der Umwelt.

Zur Prävention sollte darauf geachtet werden, dass die Belastung des Hundes niemals zu hoch ist, davon sind in erster Linie Malinois, die als Diensthunde geführt werden, betroffen. Noch wichtiger ist es, auf das Gewicht des Hundes zu achten, da Übergewicht die Entstehung von Spondylosen stark fördern kann und die Knochen darüber hinaus zusätzlich belastet.

Um deinen Malinois sportlich zu halten, empfiehlt sich das richtige Maß an Nahrung und Bewegung. Wenn du aber trotzdem Probleme hast, deinen Hund bei seinem Idealgewicht zu halten, gibt es verschiedene Diätfutter, die du ausprobieren kannst.

Hunde die unter Spondylose leiden, weisen Schmerzen an der Wirbelsäule, eine merkbare Veränderung beim Laufen oder diverse Lähmungserscheinungen auf.

Ellen – und Hüftgelenksdysplasie

Eine Ellenbogengelenksdysplasie kann in unterschiedlichen Varianten auftreten.

Dazu gehören Knochenläsionen unterhalb des Gelenkknorpels, die mit dem Ablösen des Knorpels, auch genannt „Gelenkmaus“ enden können. Auch kann der Knochenvorsprung in der Elle nicht richtig verwachsen und so zu ähnlichen Beschwerden führen. In den meisten Fällen ist das Problem auf den Knorpel zurückzuführen, der während des Wachstums nicht gut, oder gar nicht verknöchert ist.

Ellenbogengelenksdysplasien äußern sich durch Schmerzen an den betroffenen Gelenken, sowie entzündete Stellen. Auch wenn der Hund keine dieser Symptome aufweist, können nicht erkannte Gelenkprobleme im höheren Alter zur Abnutzung des Gelenks und weiteren Spätfolgen führen.

Eine Hüftgelenksdysplasie zeigt sich durch nicht korrektes Ineinandergreifen des Oberschenkelgelenks mit der Hüftgelenkspfanne. Daraus resultieren verschiedene Probleme an dem Hüftgelenk, die von leichten Fällen bis hin zu schweren Probleme für den belgischen Schäferhund reichen.

Einen Verdacht auf eine Hüftgelenksdysplasie gibt es dann, wenn der Malinois auffällig wenig Lust auf Bewegung hat, oder gar Veränderungen im Gang oder Lähmungserscheinungen aufweist.

Dysplasien sind wie auch Spondylosen nicht heilbar und im besten Fall nur in ihrer Wirkung abzumildern. Dafür können Medikamente zur Schmerzlinderung, physiotherapeutische Maßnahmen oder auch Operationen als Maßnahmen herangezogen werden. Am wichtigsten sind zur Prävention regelmäßige Untersuchungen und Kontrollen, um die Auswirkungen schon zu bekämpfen, bevor sie ein echtes Problem darstellen.

Zerebelläre Ataxie

Zerebelläre Ataxie ist eine neurodegenerative Erkrankung, das heißt, eine nicht heilbare Erkrankung die bei der Abnutzung oder Alterung von Zellen entstehen kann.

Die Erkrankung äußert sich bereits sehr früh und so können Welpen bereits vor dem zweiten Lebensmonat Probleme mit dem Gang, dem Gleichgewicht, oder sogar Krampfanfälle haben.

Einige Formen der zerebellären Ataxie zählen zu den schwersten Erbkrankheiten, unter denen ein Malinois leiden kann und viele betroffene Tiere werden aufgrund der raschen Verschlimmerung der Symptome noch vor dem sechsten Lebensmonat eingeschläfert.

Die Untersuchung der Krankheit macht erst seit der Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen der Universität Wien im Jahre 2011 größere Fortschritte und vieles ist über die Erberkrankung noch unbekannt.

Malinois-beim-Tierarzt

Cauda Equina Syndrom

Das Cauda-equina-Syndrom ist eine degenerative neurologische Erkrankung, die bei verschiedenen mittelgroßen und großen Hunderassen, darunter der Malinois, vorkommen kann. Betroffen sind ältere Hunde und gekennzeichnet wird das Krankheitsbild durch starke Schmerzen sowie Lähmungen.

Die Ursache besteht in einer Quetschung der Nervenwurzeln am Ende des Rückenmarks. Zur Behandlung werden häufig strikte Einschränkung in Sachen Bewegung und ständige Ruhepausen empfohlen. Die Einschränkung der Bewegung kann im Idealfall zur Abheilung des betroffenen Lenden-Kreuz-Übergangs führen. In schwereren Fällen muss operiert werden, um den Druck, der auf den Nervenwurzeln liegt, zu reduzieren.

Der Heilungsprozess ist oft davon abhängig wie sehr der Hund bereit ist, sich in seiner Bewegungsfreiheit zurückzunehmen. Aufgrund ihrer hohen Veranlagung für Aktivität und Bewegung, ist bei Malinois daher oft mit einem langen Heilungsprozess zu rechnen.

Probleme durch falsche Ernährung

Übergewicht ist für einen ausgesprochen aktiven und sportlichen Hund wie den Malinois höchst problematisch. Besonders bei erhöhter Belastung, wie zum Beispiel als Diensthund oder im Hundesport, ist es wichtig, dass der Malinois sein Idealgewicht von etwa 30 kg nicht überschreitet, um die Knochen und Gelenke nicht übermäßig zu belasten. Zusätzlich kann Übergewicht auch dem Blutdruck und dem Kreislauf langfristig schaden und erhöht das Risiko auf Herz- und Atemwegserkrankungen.

Um die Ernährung des belgischen Schäferhundes weiter zu optimieren, hat sich außerdem das sogenannte „Barfen“, das heißt die Fütterung mit rohem Fleisch und Knochen für die Rasse als effektiv herausgestellt. Insbesondere bei Hunden, die an Gelenkschmerzen leiden, hat sich diese Art der Fütterung bewährt, da sich die Kotbeschaffenheit verändert und das Tier in der Regel weniger Probleme beim Kotabsatz hat.

Wenn du ratlos bist, warum dein Malinois trotz genug Bewegung und der richtigen Ernährung Übergewicht hat, kannst du zur Beratung mit einem Tierarzt reden. In einigen Fällen können auch Stoffwechselerkrankungen und Probleme im Verdauungstrakt die Ursache sein.

Magendrehung

Eine Magendrehung bezeichnet die Verdrehung des Magens eines Hundes, der sich mit den elastischen Bändern, an welchen er aufgehängt ist, verdreht. Dadurch werden lebenswichtige Organe und die Blutzufuhr abgedrückt und es kann ein Riss in der Magenwand entstehen.

Es entsteht ein Notfall, bei dem der Hund ohne rechtzeitige ärztliche Behandlung am Versagen des Kreislaufs und Schockzuständen stirbt. Das Phänomen kann bei jeder Hunderasse auftreten, wenn der Hund nach der Nahrungsaufnahme nicht ausreichen ruht. Weitere Ursachen für eine Magendrehung werden derzeit noch erforscht, aber bislang scheint darin der Hauptgrund zu liegen.

Auch erhöht sich das Risiko für deinen Malinois, wenn eines der Elternteile schon unter einer Magendrehung litt. Zur Prävention einer Magendrehung hat sich ebenfalls das Barfen bereits empfohlen, da sich viele Trockenfuttersorten im Magen ausdehnen und so sein Volumen auf Dauer schädigend beeinflussen können.

Bei älteren Malinois kann man zudem mit Futter ergänzenden Extrakten wie Weihrauch oder GrünlippMuscheln unterstützend auf die Gelenke einwirken.

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Bildnachweis:
Bild von Katrin B. auf Pixabay
Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

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