Die belgischen Schäferhunde verlangen von Beginn an ein hohes Maß an Disziplin und Beachtung, dabei darf aber auch die Fürsorge und Liebe in der Erziehung nie vernachlässigt werden.

Ziel der Erziehung ist neben dem Beherrschen von Kommandos und dem Entwickeln von gegenseitigem Respekt auch die Festigung der Bindung zwischen Mensch und Tier.

Mit artgerechtem Training und genügend Beachtung des Malinois wird der Hund zu einem treuen Begleiter, Freund und Beschützer heranwachsen.

Malinois-Welpe-Erziehung

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Neben dem bloßen Ausbilden darf auch nie vernachlässigt werden, dass der Hund körperlich und geistig voll auf seine Kosten kommen muss.

Wenn zum richtigen Zeitpunkt mit dem Training angefangen wird (ungefähr ab dem zehnten Lebensmonat) und alle Schritte beherzigt werden, steht dem idealen Heranwachsen des Malinois nichts im Wege.

Die Früherziehung des belgischen Schäferhundes

Grundvoraussetzung für das weitere Arbeiten mit dem Malinois ist, allem voran, das Beibringen des eigenen Namens. Es ist wichtig, dass der Hund ihn früh so oft wie möglich hört und wie bei anderen Hunderassen sollte der Name nicht mehr als zwei Silben beinhalten, da das Tier so am wenigsten Probleme hat ihn sich zu merken.

Generell ist verbale Kommunikation ein unverzichtbarer Teil der Früherziehung, da der belgische Schäferhund so schnell lernt zu wem er gehört und beispielsweise nicht auf die Kommandos von Fremden reagiert.

Der Malinois gilt als äußerst intelligente Hunderasse und sollte den Namen schnell verinnerlicht haben. Im Grunde ist nur wichtig darauf zu achten, ihn nicht negativ zu betonen und den Hund nach Möglichkeit für das Reagieren auf Zurufe zu belohnen.

Gib Deinem Hund in dieser Phase viel Rückhalt und Zuneigung, das richtige Training beginnt erst später. Der Malinois sollte jetzt durch viele guten Erfahrungen nicht nur eine Bindung zu Dir aufbauen, sondern auch seinen Charakter bilden.

Das richtige Verhalten gegenüber einem jungen Hund

Noch mehr als bei vielen anderen Hunderassen ist im Umgang mit einem Malinois Freundlichkeit und Geduld notwendig. Ein belgischer Schäferhund braucht nicht lange um eine Bindung zu Dir aufzubauen, erlebt er allerdings einen echten Vertrauensbruch, kann es das Tier unter Umständen über viele Jahre belasten.

Malinois sind höchst sensible Tiere und was anderen Rassen vielleicht besser verkraften, kann bei ihnen tiefe Einschnitte in der Psyche, bis hin zu echten Traumata, verursachen. Falscher Umgang mit dem Hund, besonders in den ersten Jahren, kann ihn für das ganze Leben ängstlicher und gestresster werden lassen.

Wenn Du Deinem Hund einen echten Misstrauens-Grund gibst, wird er eventuell nicht nur Dir gegenüber, sondern auch anderen Tieren und Menschen, sowie seiner Umwelt gegenüber immer ängstlich reagieren.

Die richtige Sozialisierung und eine starke Bindung mit den Bezugspersonen aufzubauen, ist der wichtigste Schritt in der Erziehung eines jungen Malinois.

Dabei gilt aber auch zu beachten, dass, genau wie bei Menschen, Charaktere verschieden sind. Nicht jeder Hund ist reagiert gleich und es ist umso wichtiger, dass Du genau darauf achtest welche Signale Dein Malinois Dir gibt.

Malinois-Welpe-beim-spielen

Wie wird ein Malinois stubenrein

Grundsätzlich ist hierfür vor allem Geduld gefragt. Auch bei diesem Thema solltest Du aber ein gewisses Einverständnis zeigen, denn zum einen braucht es einige Zeit bis ein Welpe seine Blase kontrollieren kann und zum anderen ist einige Denkarbeit nötig um zu verstehen, dass es im Haus nicht erlaubt ist.

Um Deinen Belgier daran zu gewöhnen, solltest Du immer mit ihm vor die Tür gehen, wenn er vor kurzem Nahrung zu sich genommen hat oder gerade aufgewacht ist.

Wie bei allen anderen Trainingsbereichen auch, ist es wichtig richtiges Verhalten zu belohnen, beispielsweise mit einem Leckerli, nachdem der Hund sein Geschäft draußen verrichtet hat. Schon nach einiger Zeit sollte der Welpe beginnen Dir Signale zu geben, wenn er vor die Tür muss. Dies äußern sich mit nervösem Verhalten, Blicke in Richtung der Haustür oder Lauten.

Ein Hund kann bereits nach einem halben Jahr stubenrein sein, verliere aber nicht die Geduld, wenn es bei Dir länger dauert. In den meisten Fällen tut das Tier sein Bestes und sollte auch nicht bestraft werden, wenn es dazu mehr Zeit benötigt als andere.

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Die ersten Kommandos

Malinois sind schnelle Lerner und daher auch grundsätzlich recht pflegeleicht im Training.

Um Deinem Belgier das Kommando „Sitz“ beizubringen, empfiehlt es sich zunächst eine ruhige und stressfreie Umgebung aufzusuchen. Das kann im Haus oder außerhalb sein, aber achte darauf, dass nach Möglichkeit keine Spielzeuge, andere Tiere oder Menschen in Sichtweite sind.

Eine bewährte Methode besteht darin, dich mit erhobenen Zeigefinger und Leckerli in der Hand vor Deinen Welpen zu stellen. Der Hund wird sich in den meisten Fällen entweder hinsetzen, wobei das der Moment ist, in dem Du „Sitz“ rufen solltest, oder aber er wird hochspringen oder an Deinen Beinen hochklettern. Wenn sich der Malinois korrekt verhält, belohnst Du ihn mit dem Leckerli, andernfalls rufst Du in strenger Tonlage „Nein“ und beginnst die Übung erneut.

„Sitz“ ist das Grundkommando für einige andere grundlegenden Befehle, mit denen Du anschließend darauf aufbauen kannst.

Sobald das Kommando eingeübt worden ist, kann begonnen werden „Platz“ zu trainieren.

Dazu legst Du Deine Hand mit dem Leckerli auf den Boden, sobald der Hund sitzt. Ähnlich wie bei dem zuvor erklärten Kommando belohnst Du den Welpen nun, wenn er sich hinlegt und kommentierst dies mit „Platz“ oder wiederholst die Übung, wenn es nicht geklappt hat.

Auch kannst Du „Bleib“ trainieren, in dem Du Dich langsam von dem sitzenden Welpen entfernst und dabei „Bleib“ rufst und je nach Verhalten mit Belohnung oder Neustart reagierst.

Es empfiehlt sich anfangs mit maximal zwei verschiedenen Bezugspersonen zu üben, damit der Malinois die Kommandos und die Belohnungen auf sein Herrchen zurückführt und nicht von unerwünschten Personen gerufen werden kann. Außerdem sollte nach ausreichend Eingewöhnungszeit ohne das Erheben von Fingern oder anderen Gestiken gearbeitet werden, da die Stimme das Einzige ist, was der Hund auch in weiterer Entfernung immer wahrnimmt.

Malinois tendieren aufgrund ihres Hütehund-Charakters dazu schnell eigenständig arbeiten zu wollen. Lasse bei sämtlichen Übungen Deine Fantasie spielen, um das Training abwechslungsreich zu gestalten, denn die mentale Auslastung ist ebenso wichtig wie die körperliche.

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Der Spaziergang mit Deinem Malinois-Welpen

Den noch jungen Körper sollte man nicht mit zu harten oder engen Halsbändern strapazieren. Muskeln und Knochen sind noch lange nicht fertig entwickelt und dürfen nicht zu grob behandelt werden. Die sicherste Methode besteht in Geschirren und in der Regel gewöhnen sich Welpen auch schnell daran, wenn man sie für das Tragen mit Leckerlis belohnt.

Als Leine sind ausziehbare Varianten immer zu empfehlen, damit der Malinois auch zwischenzeitlich mit ausreichend Abstand zum Herrchen seine Umwelt erkunden kann und sich an die neuen Umstände gewöhnt.

Oft kann der junge Hund zunächst eingeschüchtert oder misstrauisch sein und bewegt sich dann nicht weiter. Dem kann man schnell entgegenwirken, wenn man mehr als genug Leckerlis dabei hat und dem Welpen im positiven Ton zuredet. Sollte der Hund wiederum zu viel ziehen, kannst Du anhalten und sein Verhalten mit „Nein“ kommentieren und den Lauf erst fortsetzen, wenn der Malinois Dir seine Beachtung schenkt und auf Dich wartet.

Es ist unverzichtbar dem Tier ab dem ersten Spaziergang beizubringen, dass Du das Tempo und den Weg bestimmst, da es sonst im Erwachsenenalter schwierig wird, das Verhalten noch umzuerziehen.

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Bildnachweis:
Bild von Katrin B. auf Pixabay
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