Bevor Du dir eine junge Katze anschaffst, mache dir bewusst, welche Verantwortung Du übernimmst. Das Tier wird Dich die nächsten 15–20 Jahre begleiten, es wird in dieser Zeit immer Deine Betreuung und Deine Nähe benötigen.

Vielleicht wohnst Du im Moment in einem großen Haus im Grünen, planst aber, in ein paar Jahren für Deinen Job in eine kleine Wohnung in der Großstadt zu ziehen?

Wenn Deine Katze dann Freigang gewohnt ist, wird sie sich kaum noch an ein Leben in der Wohnung gewöhnen können.

Niemand kann in die Zukunft sehen, doch wenn große Veränderungen absehbar sind, die ein Leben mit Katze erschweren können, solltest Du zum Wohl des Tieres auf die Anschaffung einer Katze verzichten.

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Kosten für eine Katzenbaby

Auch die finanzielle Seite muss bedacht werden: Die Kosten für die Versorgung einer Katze mit Futter und Streu liegen bei ca. 40-70 € im Monat, dazu kommen Kosten für Impfungen, Wurmkuren und bei Bedarf die Behandlung mit Flohmittel. Wird das Tier krank, können schnell hohe Kosten beim Tierarzt entstehen, dafür sollte im Idealfall immer etwas Geld auf der hohen Kante liegen.

Eine Behandlung, vor allem wenn eine Operation erforderlich ist, liegt schnell im mittleren dreistelligen Bereich. Eventuell benötigt eine Katze auch lebenslang Medikamente oder Behandlungen.

Zeit für die Katze

Zu Beginn macht es noch riesigen Spaß, stundenlang mit dem kleinen Fellknäuel zu spielen und zu kuscheln. Doch die Katze braucht auch Beschäftigung und Zuneigung, wenn Du mal keine Lust hast oder nach einem langen Arbeitstag müde bist.

Eine Katze verändert die Freizeit enorm. Sie muss jeden Tag gefüttert werden, ihr Klo muss gereinigt werden und sie braucht Zeit mit ihrem Menschen.

Spontane Übernachtungen oder Urlaube sind mit Katze kaum mehr möglich und müssen stattdessen sorgfältig geplant werden. Da Katzen, anders als Hunde, Ortswechsel in der Regel furchtbar finden, können sie nicht mit in den Urlaub fahren. Am besten werden sie im eigenen Zuhause von ihr bekannten Menschen versorgt.

Mache dir bewusst, was eine Katze in Deinem Umfeld bedeutet und was für Probleme es geben kann. Katzen machen Schmutz und sie machen Dinge kaputt. Selbst bei strengem Putzregime wird mal Katzenstreu auf dem Boden liegen, es werden mal Katzenhaare in der Suppe schwimmen und gerade junge Katzen werden wahrscheinlich die Tapete und das neue Ledersofa mit ihren Krallen testen.

Es kann vorkommen, dass Katzen markieren oder aufgrund von Krankheiten unsauber werden. Bei Freigängern wirst Du „Geschenke“ in Form von toten oder halb toten Mäusen vor Deiner Tür oder wenn Du Pech hast in Deinem Bett finden.

Wenn Du bisher noch nicht mit einer Katze zusammen gelebt hast, kann es sinnvoll sein, vor der Anschaffung einen Allergietest zu machen.

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Die Auswahl des Kitten

Auch wenn der Charakter das Wichtigste ist, hat man doch meist schon ein Bild von „seiner“ Katze im Kopf. Dies kann eine Rassekatze oder eine bestimmte Farbe bei der „Wald- und Wiesenkatze“ (Europäisch Kurzhaar) sein. Rassekatzen haben neben dem Aussehen auch typische Eigenschaften, die aber kein Garant für einen bestimmten Charakter sind. Einige Rassekatzen neigen zu bestimmten Erkrankungen, auch der Preis ist meist deutlich höher. Es gibt aber auch in Tierheimen häufig Rassekatzen oder Mischlinge.

Langhaarkatzen sind deutlich aufwendiger in der Pflege, vor allem wenn sie älter werden und sich selbst schlechter putzen können. Schaue dir Katzen im Tierheim oder beim Züchter an, lasse Dich beraten und überraschen, bei welchem Tier dann am Ende der Funke überspringt.

Kater oder Katze?

Kater gelten vor allem in der Jugend als wilder und verspielter als Katzen, während Katzen als sanfter und sozialer gelten. Aber auch Katzen können untereinander zickig werden und kastrierte Kater sind meistens sogar untereinander sehr sozial. Am Ende kommt es immer auf den individuellen Charakter des Tieres an.

Allein oder zu zweit?

Katzen gelten immer noch oft als Einzelgänger, dabei sind sie sehr sozial und genießen den Kontakt zu Freunden. Am besten klappt es, wenn die Katzen schon als Kitten zusammen finden oder sogar aus einem Wurf stammen.

Bei älteren Katzen können Zusammenführungen je nach Charakter schwieriger werden und einige wenige Katzen sind tatsächlich allein glücklicher als zu zweit oder in der Gruppe. Ältere Katzen sollten ungefähr im gleichen Alter sein und sich im Spielverhalten und Aktivitätslevel ähneln. Eine junge Katze zu einer älteren Katze zu setzen ist meist für beide Seiten unvorteilhaft: Die alte Katze braucht mehr Ruhe und ist schnell genervt von dem kleinen Energiebündel, während die junge Katze nicht ausgelastet ist.

Gerade Wohnungskatzen sollten zu zweit gehalten werden, vor allem wenn sie sonst mehrere Stunden am Tag allein sein müssten. Ein Mensch kann niemals die Interaktion mit einem Artgenossen ersetzen, kann keine wilden Fangenspiele spielen oder den ganzen Tag mit seiner Katze eingekuschelt auf dem Sessel liegen.

Zwei Katzen machen beim Füttern und Klo säubern kaum mehr Arbeit als eine Katze. Sie können sich in der Abwesenheit ihres Menschen Gesellschaft leisten, sind dadurch viel ausgeglichener, womit möglichen Problemen wie Zerstörungswut aus Langeweile oder Markieren aus Frust vorgebeugt wird.

Wenn Du unbedingt nur eine Katze halten möchtest, solltest Du statt eines Kitten besser eine ältere Katze aus dem Tierschutz aufnehmen. Hier gibt es immer mal wieder Katzen, die zum Beispiel wegen einer Krankheit, aufgrund schlechter Erfahrungen oder einfach aus Gewohnheit lieber allein leben möchten.

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Freigang oder Wohnungshaltung?

Wenn Katzen in der Wohnung aufwachsen, führen sie hier bei entsprechender Gestaltung, Auslastung und am besten mit einem Katzenkumpel ein gutes Leben. Auf die Abenteuer eines Freigängers, der Mäusen und Vögeln hinterherjagt, andere Katzen trifft und Bäume erklimmt, müssen sie allerdings verzichten.

Dafür lauern draußen viele Gefahren in Form von Autos, Kämpfen mit anderen Katzen und Hunden oder Gefahren durch andere, weniger tierliebe Menschen. Natürlich spielt auch die Wohnlage eine große Rolle bei dieser Entscheidung, in einer ruhigen ländlichen Gegend sind die Gefahren gegenüber einer viel befahrenen Straße deutlich geringer.

Am Ende muss jeder für sich und seine individuelle Katze abwiegen, ob sie als Freigänger oder reine Wohnungskatze leben soll.

Woher bekomme ich ein Kitten?

Ein Kitten bekommst Du beim Züchter, aus privaten Würfen oder im Tierheim. Die Tiere bei einem guten Züchter sind in der Regel deutlich teurer, dafür kannst Du dir die Elterntiere ansehen und Dein Kitten hat bereits alle nötigen Impfungen erhalten.

Auch achten Züchter darauf, dass die kleinen Samtpfoten bereits viel kennenlernen, sie sind also in der Regel gut sozialisiert und menschenbezogen.

Im Tierheim landen jedes Jahr viele werdende Katzenmütter und verwaiste Kitten, die ein tolles neues Zuhause dringend benötigen. Im Tierheim geborene Kitten sind meistens auch gut an den Menschen gewöhnt und sozialisiert, wenn sie meist auch nicht so viel kennenlernen konnten wie Kitten vom Züchter oder aus privaten Würfen.

Sie sind ebenfalls geimpft und häufig bekommt der neue Besitzer noch einen Kastrationsgutschein mit dazu. Oder vielleicht verliebst Du Dich beim Gang durch Tierheim auch in ein erwachsenes Tier?

Egal woher sie stammen, Kitten sollten frühestens mit 12 Wochen von ihrer Mutter getrennt werden.

Die katzensichere Wohnung

Endlich ist es so weit, Du hast Dich schlau gemacht, alles abgewogen und jetzt sollen ein oder zwei Katzen bei dir einziehen. Bevor der große Tag kommt, ist es wichtig, Deine Wohnung vorzubereiten. Achte darauf, dass nur ungiftige Zimmerpflanzen in Reichweite der Katze stehen. Auch die Blumenerde kann aufgrund des Düngers giftig für Katzen sein.

Achte darauf, dass keine Gegenstände herumliegen, an denen die Katze sich verletzen kann. Schwere Gegenstände, die herunterfallen können, müssen gesichert werden. Bringe wertvolle Vasen, Bilder, Bücher… in Sicherheit und außer Reichweite neugieriger Kitten.

Fenster sind eine große Gefahrenquelle. Nicht nur können die Katzen daraus entwischen, in gekippten Fenstern können sie hängen bleiben und sich lebensgefährlich verletzen. Zur Absicherung können Rahmen mit verstärktem Fliegengitter oder Draht eingebaut werden, für Kippfenster gibt es spezielle Sicherungen für Katzen.

Die Erstausstattung

Bevor die Katze einzieht, sollten die wichtigsten Dinge bereits vorhanden sein. Die Grundausstattung beinhaltet:

  • Futter- und Wassernapf

  • Futter

  • 2–3 Katzentoiletten

  • Katzenstreu

  • Kratzbaum

  • Transportbox

  • Spielzeug

  • Schlafmöglichkeiten

Um es Deiner Katze zu Beginn so einfach wie möglich zu machen, verwende das gewohnte Futter und die gewohnte Streu. Vielleicht kannst Du auch ein wenig Futter vom Züchter oder vom Tierheim bekommen, ansonsten frage rechtzeitig nach den entsprechenden Marken. Nach der Eingewöhnung im neuen Zuhause kannst Du dann langsam auf die von dir ausgewählten Marken umstellen.

Der Kratzbaum sollte stabil und nicht wackelig sein. Mindestens eine Säule sollte so hoch sein, dass sich die Katze beim Kratzen komplett ausstrecken kann. Die Liegeflächen sollten ausreichend groß und mit einem weichen, aber robusten Stoff bezogen sein. Bei einigen Modellen kann man die Bezüge oder Kissen sogar abnehmen und separat waschen. Der Kratzbaum sollte fest stehen und bei hohen Kratzbäumen an der Decke oder Wand befestigt werden. Besonders bei schweren Rassen entstehen bei Sprüngen enorme Kräfte, denen der Baum standhalten muss.

Zusätzlich kannst Du Deiner Katze auch Kratzbretter oder Kratzpappen anbieten. Kratzbretter eignen sich hervorragend, um von Deiner Katze ausgewählte Kratzbereiche wie Wände oder Möbelstücke zu schützen.

Kratzbäume mit all ihren Spuren werden im Laufe des Katzenlebens immer wertvoller für das Tier, Katzen wünschen sicher hier keine Abwechslung, sondern Altbewährtes. Es lohnt sich daher, direkt zu Beginn in einen qualitativ hochwertigen Kratzbaum zu investieren.

Es sollten mindestens zwei, bei zwei Katzen drei Toiletten an unterschiedlichen Orten zur Verfügung gestellt werden. Diese müssen ausreichend groß sein und sollten an ruhigen Stellen stehen.

Wenn der neue Mitbewohner dann endlich da ist, braucht er erst einmal Ruhe. Lasse Deine Katze in ihrem Tempo aus der Box kommen und die Wohnung erkunden. Vermeide laute Geräusche und hektische Bewegungen, auch Besuch sollte in der ersten Zeit vermieden werden. Sind andere Tiere im Haushalt, sollten diese erst nach einer Eingewöhnung an den neuen Mitbewohner herangeführt werden.

Soll Deine Katze ein Freigänger werden, lasse sie mindestens 6 Wochen in der Wohnung, bis sie Dich, Deine Familie und Deine Wohnung als „ihre“ angenommen hat.

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Bildnachweis:
Bild von Jan Mallander auf Pixabay
Bild von Helga Kattinger auf Pixabay

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