Perserkatze-Rassebeschreibung
Lateinischer Name Felis catus
Herkunftsland ungeklärt, vermutlich russische Wurzeln
Größe mittelgroß bis groß
Gewicht Katze: bis 6 kg / Kater: bis 8 kg
Charakter gelassen, verschmust, friedlich
Lebenserwartung 15 bis 17 Jahre, zunehmend auch älter
Fellfarben alle Farben und Schattierungen möglich. Durch Kreuzung mit Siamkatzen ist eine eigene Rasse entstanden: die Colourpoints, die das lange, dichte Fell der Perserkatzen mit den Farben der Siamkatzen vereinen
Typische Rassekrankheiten häufige Nierenerkrankungen, progressivem Netzhautschwund, Verkrümmung der Netzhaut

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Geschichte der Rasse

Vermutlich wurden die ersten langhaarigen Katzen im 17. Jahrhundert von Nicolas Claude Fabri de Peiresc aus Kleinasien nach Europa gebracht. Sie wurden aufgrund ihrer Herkunft als Perser bezeichnet und lange ging man davon aus, dass diese Tiere die Vorfahren der heutigen Perserkatzen waren.

Doch neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die heutigen Perserkatzen genetisch mit Langhaarkatzen aus Russland verwandt sind und vermutlich dort ihren Ursprung haben.

Fest steht, dass die Züchtung der Perserkatzen Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien begann. Zu dieser Zeit verpaarte man langhaarige Katzen, gleich welcher Herkunft, miteinander. Im Jahr 1871 wurde zum ersten Mal Angorakatzen, wie sie damals genannt wurden, bei einer Katzenausstellung in London gezeigt. Queen Victoria war ein großer Fan dieser Tiere. Sie besaß selbst zwei dieser Katzen und machte sie bei Adeligen in ganz Europa bekannt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Zuchtvereine gegründet und der Name Perserkatze setzte sich durch. Seitdem haben sich das Aussehen und die Rassestandards der Perserkatze stetig gewandelt:

Herrschten zu Beginn noch die Farben schwarz, weiß und blau vor, so gibt es heute Perserkatzen in allen Schattierungen. Die Unterwolle des Felles wurde immer ausgeprägter, um die Katzen fluffiger aussehen zu lassen, die Beine wurden kürzer und der Körper gedrungener. Ein trauriges Kapitel in der Zuchtgeschichte wurde in den 1970er Jahren aufgeschlagen.

Ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Tiere wurde vor allem in den USA die Nase immer flacher gezüchtet, was zu Atemwegserkrankungen und stets tränenden Augen führte. Auch wurde es für die Katzen immer schwerer, zu fressen. Zudem kam es aufgrund der Beliebtheit der Rasse zu Massenzuchten. Dieser Trend ist, zumindest in Europa, glücklicherweise rückläufig und Perserkatze werden wieder mit Nase gezüchtet. In Deutschland sind Qualzuchten dieser Art verboten.

Perserkatze-Charakter

Verhalten und Wesen

Perserkatzen gelten als ruhig und ausgeglichen. Sie lieben ihre Menschen und schmusen gerne. Sie sitzen lieber auf der Fensterbank und beobachten, was draußen vor sich geht, als sich selbst auf den Weg zu machen.

Ihr Freiheitsdrang ist nicht stark ausgeprägt, sodass sie als ideale Wohnungskatzen gelten. Bei alledem solltest Du aber bedenken, dass jedes Tier einzigartig ist und seinen eigenen Charakter hat.

Und bei aller Liebe und Gelassenheit: Perserkatzen wissen, was sie wollen und sind berüchtigt für ihren Dickkopf. Sie neigen dazu, zu einer Diva zu werden. Sie bestimmen, wann Du mit ihnen kuscheln darfst. Sie bestimmen, ob du sie überhaupt streicheln darfst.

Es kann gut sein, dass sie deinen Partner oder deine Freunde nicht leiden kann. Bei alledem werden sie aber selten aggressiv. Sie treten eher den Rückzug an.

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Haltung und Pflege

Du hast den Entschluss gefasst und möchtest eine Perserkatze bei dir einziehen lassen? Dann solltest du nach einem seriösen Züchter Ausschau halten und nicht auf Billigangebote eingehen. Diese Katzen sind oft überzüchtet, krankheitsanfällig und aus lieblosen Vermehrerzüchtungen.

Oft warten auch in Tierheimen Rassekatzen auf ein neues Zuhause. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort einmal vorbeizuschauen. Wenn Du ein Kitten vom Züchter möchtest, dann findest du bei den Zuchtverbänden Adressen seriöser Züchter.

Oberstes Gebot bei der Pflege deiner Perserkatze ist die Fellpflege. Sie muss täglich gekämmt und gebürstet werden, damit das Fell und die dichte Unterwolle nicht verfilzen. Sollten dennoch kleinere Knoten entstehen, gibt es spezielle Sprays.

Im schlimmsten Fall ist ein Gang zum Tierarzt nötig und die Katze muss geschoren werden. In diesem Zusammenhang solltest du auch bedenken, dass die langhaarigen Perserkatzen beim Fellwechsel noch auffälliger ihre Haare auf Möbeln und deiner Kleidung hinterlassen als normale Katzen.

Perserkatzen sind ruhig und gemütlich. Dennoch möchten sie nicht den ganzen Tag nur kuscheln und schlafen. Besonders als Kitten werden sie auch spielen wollen. Du solltest dir Zeit für sie nehmen oder über eine Zweitkatze nachdenken. Perserkatzen gelten, vielleicht noch mehr als andere Rassen, als Einzelgänger, aber das stimmt in den wenigsten Fällen.

Katzen freuen sich über einen Artgenossen, mit dem sie sich auf kätzisch unterhalten können. Besonders gilt das, wenn du oft unterwegs bist und deine Katze, wie es bei Perserkatzen oft der Fall ist, eine reine Wohnungskatze ist. Auch einen Kratzbaum solltest du aufstellen. Katzen müssen regelmäßig ihre Krallen schärfen. Und ehe sie das an deinen Möbeln tun, sind Katzenmöbel sicher die bessere Wahl.

Der Kratzbaum sollte möglichst groß und hoch sein, denn deine Katze liebt es, alles im Blick zu haben und dich zu beobachten. Dort oben ist auch ein idealer Ort, wenn sie sich zurückziehen und ihre Ruhe haben möchte. Sehr beliebt sind zu diesem Zweck auch Kratzbäume und Katzenmöbel mit Höhlen.

Auch die Katzentoilette sollte an einem ungestörten Ort stehen. Das Katzenstreu ist Geschmacksache, nicht jede Katze mag jedes Streu. Doch du solltest unbedingt auf Qualität achten. Außerdem gibt es große Unterschiede in Bezug auf die Nachhaltigkeit verschiedener Einstreus. Manche sind teurer, können aber über die Biomülltonne entsorgt werden, andere müssen in den Restmüll.

Beim Katzenfutter solltest du auf Qualität setzen. Achte vor allem darauf, dass das Futter keinen Zucker enthält. Auch lohnt sich ein Gang in Zoofachgeschäfte, die eine weit größere Auswahl an Katzenfutter haben als Supermärkte.

Und wie oben schon erwähnt: Perserkatzen können Diven sein. Und wenn sie eine Futtersorte nicht mögen, treten sie eher in den Hungerstreik, als dass sie es futtern. Du wirst ihr eine andere Sorte offerieren müssen. Beim Trockenfutter gibt es spezielle Sorten hochwertiges Futter für Langhaarkatzen.

Ein wichtiges Thema bei der Wohnungshaltung von Perserkatzen sind auch deine Zimmerpflanzen. Achte unbedingt darauf, dass diese ungiftig sind, denn Katzen kauen gerne an den Blättern herum. Sie benötigen Grünes für ihre Verdauung und um die beim Putzen verschluckten Katzenhaare auswürgen zu können. Freigängerkatzen können sich selbständig Gras suchen. Wohnungskatzen ist das nicht möglich. Du solltest deiner Katze daher einen Topf mit Katzengras zur Verfügung stellen. Dann steht einem glücklichen Katzenleben nichts im Wege.

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Bildnachweis:
Bild von Barnabé Kaucic auf Pixabay
Bild von Michelle Maria auf Pixabay