Malinois-Rassebeschreibung
Größe Rüde 60 – 66cm, Hündin 56 – 62cm
Gewicht 20 – 30kg
Fell-Varietäten kurz, dicht mit Unterwolle
Fellfarbe Hellbraun, Rotbraun, Dunkelbraun
Häufige Krankheiten keine
Lebenserwartung 12 – 14 Jahre
FCI Gruppe: 1 Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde1 Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde

Werbung

Geschichte der Rasse – Belgischer Schäferhund

Namensgebend ist die Stadt Mechelen in der belgischen Provinz Antwerpen. Das Ziel der Bewohner war es, im 19. Jahrhundert einen Gebrauchshund zu züchten. 1899 konnte schließlich der erste Rüde vorgezeigt werden. Beim Malinois handelt es sich, neben dem Laekenois, Tervueren und Groenendael, um eine der 4 belgischen Schäferhunderassen.

Früher wurde die Rasse als Hüte- und Treibhund verwendet. Dabei konnte man regionale Unterschiede im Hinblick auf Aussehen und Verhalten der Hunde erkennen. Im Gebirge, wo damals noch häufig Wölfe anzutreffen waren, mussten die Tiere vor allem kräftig sein, um eine Herde zu verteidigen. Im belgischen Raum dagegen war Agilität und Intelligenz wichtig, weil der Malinois hier die Herden hauptsächlich durch enge Straßen treiben musste.

1891 wurde sogar ein eigener „Klub für belgische Schäferhunde“ gegründet. Bei Ausstellungen erlangte die Rasse zunehmend Bekanntheit. Im Jahr 1901 wurde sie schließlich offiziell anerkannt. Seitdem kam es auch zu einer Aufspaltung in die oben genannten 4 Arten mit jeweils unterschiedlichen Züchtern.

Heute werden die Hunde hauptsächlich bei der Polizei, beim Militär und generell in Schutzberufen verwendet. Sie eignen sich hierfür aufgrund ihres Wesens hervorragend.

Werbung

Verhalten und Wesen

Am besten kann man das Wesen mit den Worten robust, arbeitswillig und ausdauernd bezeichnen. Der Malinois ist nämlich ein echtes Energiebündel mit dauerhaftem Willen neue Aufgaben zu lösen: Dies stellt auch den Hauptgrund dar, warum seitens der Polizei eine so große Nachfrage nach dieser Rasse besteht. Seine Instinkte sind stark ausgebildet und es besteht generell ein sehr großer Schutztrieb in Bezug auf seine Halter.

Dieses Verhalten ist auf seine frühere Verwendung auf Bauernhöfen zurückzuführen. Angst vor Einbrechern wäre also mit diesem Vierbeiner Schnee von gestern. Diese temperamentvolle Art mag sich zwar im Außenverhältnis zeigen, jedoch sieht es im Inneren anders aus: Der belgische Schäferhund ist nämlich ziemlich sensibel und darauf sollte bei der Erziehung stets ein Auge gerichtet werden.

Aufgrund seiner scheinbar endlosen Energie muss jedenfalls auf genügend Auslauf geachtet werden. Kann der Malinois nämlich diese nicht ausreichend verbrauchen, ist möglicherweise aggressives Verhalten die Folge. Der Halter muss deshalb ein gesundes Gleichgewicht zwischen Auslastung und Entlastung finden, um negative Verhaltensweisen möglichst zu verhindern.

Durch diese Kombination aus beschützendem Verhalten, Power und Temperament sind sie hervorragende Schutzhunde, Sporthunde und aufgrund ihres sanften Kerns auch Familienhunde. Der Züchter selbst hat aber mitunter auch Einfluss auf das Wesen der Tiere. Heutzutage gibt es immer mehr Züchter, die mehr Wert auf das Aussehen der Hunde legen, als auf ihr rassetypisches Verhalten.

Deswegen kann es durchaus vorkommen, dass dieser typisch temperamentvolle Charakter des Schäferhundes niemals in seiner natürlichen Ausprägung zum Vorschein kommt. Umgekehrt gibt es aber auch sogenannte Arbeitszüchter, welche in den Hunden den ursprünglichen Instinkt der Arbeitserbringung für den Menschen besonders stärken wollen.

Die Folge davon ist häufig Übermotivation und damit unruhiges Verhalten der Tiere. Oft wird mit Schäferhunden aggressives Verhalten assoziiert. Hierbei darf man nie vergessen, dass Züchter und Besitzer einen großen Einfluss darauf haben. Ist das Tier gut erzogen und sozialisiert worden, kann man auch davon ausgehen, dass keine überschießenden Reaktionen erfolgen werden.

Malinois-Charakter-und-Wesen

Haltung und Pflege

Ein besonders wichtiger Aspekt ist hier jedenfalls die Bewegung: Belgische Schäferhunde brauchen, um ihre volle körperliche und geistige Leistung auslasten zu können, jedenfalls genug Auslauf! Dabei ist zu beachten, dass diese Hunde deutlich mehr bewegt werden müssen, als die meisten übrigen Hunderassen.

Sport ist beispielsweise eine sehr gute Alternative: Agility, Ausflüge zum Schwimmen und auch ein gemeinsamer Lauf können sehr effektiv sein und auch den Malinois gehörig aus der Puste bringen. Ein ideales Umfeld wäre deshalb auch eine eher ländliche Region und ein Grundstück mit Garten. Wohnungen oder Zwinger sind jedenfalls nicht die richtige Umgebung für dieses bewegungsfreudige Tier.

Zu diesem ausgeprägten Bewegungsdrang gehört natürlich auch eine gewisse Bereitschaft des Besitzers, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Ein Hund bedeutet Verantwortung und man muss sich stets im Klaren sein, dass besonders Rassen wie der belgische Schäferhund ein hohes Maß an Arbeit und Hingabe bedeuten. Kann man dies nicht garantieren, sollte man von einem Erwerb absehen.

Hat man sich aber dazu entschieden, solch einen Vierbeiner in den Familienverband aufzunehmen, müssen gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Zunächst ist es wichtig, ein Halsband oder Brustgeschirr und eine Leine zu besorgen. Ebenfalls ist es notwendig, dem Hund einen ruhigen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen, an dem er ausreichend Erholung findet. Meistens sucht er sich diesen sowieso von selbst aus. Weiters ist die richtige Wahl des Futters essenziell. Dadurch kann das Krankheitsrisiko gesenkt und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit hochgehalten werden.

Es ist grundsätzlich egal, ob Trocken- oder Nassfutter verwendet wird, solange es alle wichtigen Nährstoffe beinhaltet. Die generelle Pflege des Malinois gestaltet sich recht unkompliziert. Wegen seines kurzen und glatten Felles reicht es in der Regel aus, ihn regelmäßig zu bürsten. Während Zeiten des Fellwechsels sollte die Fellpflege aber öfter betrieben werden, damit alle losen Haare möglichst schnell abgebürstet werden können. Zur erweiterten Pflege kann es auch sinnvoll sein, deinen Liebling hin und wieder zu baden.

Dafür gibt es eigene Hundeshampoos, welche die Haut und das Haar besonders schonen und pflegen. Wichtig ist, auch für eine rutschfeste Unterlage in der Badewanne zu sorgen, um Verletzungen möglichst zu verhindern. Selbstverständlich mag es nicht jeder Hund gebadet zu werden. Zunächst sollte deshalb eine langsame Vorgehensweise erfolgen, um den Vierbeiner nicht zu verschrecken.

Ansonsten sollten auch die Krallen hin und wieder gekürzt werden. Kontrolle von Ohren und Zähnen sind ebenfalls sinnvoll, um mögliche Entzündungen früh zu erkennen. In der warmen Jahreszeit solltest du den Körper deines Lieblings außerdem täglich auf Zecken untersuchen: Obwohl diese Parasiten so klein sind, können sie trotzdem gefährliche Krankheiten, wie Borreliose, übertragen.

Pflege der Pfoten ist hauptsächlich im Winter von großer Bedeutung. Durch das Streusalz kann es immer wieder zu Verletzungen kommen. Im Sommer kommt es dagegen, wegen des aufgeheizten Betons, häufig zu Verbrennungen.

Zur Verarztung können Salben verwendet werden. Zur Prävention werden eigene Hundeschuhe angeboten. Um auch Augenproblemen vorzubeugen, bietet es sich an, täglich mit einem Pflegetuch die Augenwinkel von Unreinheiten zu befreien.

Werbung

Bildnachweis:
Bild von TC Perch auf Pixabay
Bild von Nicole Köhler auf Pixabay

Sei so lieb und teile den Artikel, das hilft uns enorm!